Lehrstellenbörse : Schmuckmacher

Sabine Hoelper

In wenigen Monaten beginnt das neue Ausbildungsjahr und viele Jugendliche suchen eine Lehrstelle. Mit dem Online-Portal meinestadt.de hat der Tagesspiegel deshalb die Aktion „Lehrstellenbörse – Perspektive Jugend“ gestartet: Zweimal wöchentlich porträtieren wir Firmen in Berlin und im Umland, die Ausbildungsplätze vergeben.


HEUTE GESUCHT:
Am Anfang hält sie einen Klumpen Gold in der Hand. Dann bearbeitet Ines Willmann ihn stundenlang. Sie schmelzt ihn ein, gießt ihn in Form, walzt den entstandenen Goldstrang platt und biegt ihn – bis irgendwann ein Ring daraus wird, ein Armreif oder ein Brosche.

Willmann ist Inhaberin des Potsdamer Goldschmiedecafés Genna d’Oro, Ende 2006 hat sie Café und Werkstatt gegründet. Zum 1. September sucht sie einen Azubi. Wenn er mit der Ausbildung fertig ist, soll er in der Lage sein, einen Auftrag vom Kundenwunsch bis zum fertigen Schmuckstück eigenständig auszuführen.

„Der Schulabschluss und die Noten sind nicht entscheidend“, erklärt die Goldschmiedin. Der Interessent sollte vielmehr „ein gutes Auge mitbringen“. Außerdem braucht er handwerkliches Geschick, Kreativität und Sorgfalt. „Auch zeichnerisches Talent ist von Vorteil“, sagt Willmann. Das erleichtere, ein Schmuckstück vor der Herstellung zu visualisieren. Noch wird das bei ihr in Handarbeit erledigt. In naher Zukunft könnte das aber ein Computerprogramm übernehmen.

Das Café liegt gleich neben der Werkstatt. Die Gäste können den Schmuckmachern bei ihrer Arbeit über die Schulter sehen. Der Azubi lernt, wie man einen Ring oder Armreif schleift und feilt, so lange, bis die Form stimmt. Um das Metall biegbar zu machen, muss es im Feuer erhitzt werden, erklärt Willmann. Im nächsten Schritt biegen die Lehrlinge Verschlüsse und löten Ösen. Ist das Schmuckstück fast fertig, werden Edelsteine oder Perlen in die Fassungen eingefügt: „Das ist nicht ganz einfach, gehört aber dazu“, sagt die Goldschmiedin.

Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und wird mit etwa 230 (im ersten Lehrjahr) bis 300 Euro (im letzten Ausbildungsjahr) vergütet. Der Auszubildende spezialisiert sich im letzten Lehrjahr auf die Fachrichtung Schmuck. Daneben gibt es noch die Fachrichtungen Juwelen und Ketten.

Hat der Azubi später vor, Juwelen, also sehr hochwertige Schmuckstücke, die aufwendig mit vielen Steinen verziert sind, herzustellen, muss er sich weiterbilden. Doch das ist nicht zwingend erforderlich, da Willmann beabsichtigt, den neuen Auszubildenden zu übernehmen.

Weitere Informationen gibt es bei Ines Willmann unter der Telefonnummer 0331/2730061 und im Internet unter: www.genna-d-oro.de

Die Lehrstellenbörse im Internet: www.tagesspiegel.de/lehrstellenboerse.

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