LEHRSTELLENBÖRSE : Spiele-Reparierer

Sabine Hoelper

HEUTE GESUCHT:

Bald beginnt das neue Ausbildungsjahr und viele Jugendliche suchen eine Lehrstelle. Mit dem Online-Portal meinestadt.de hat der Tagesspiegel deshalb die Aktion „Lehrstellenbörse – Perspektive Jugend“ gestartet: Zweimal wöchentlich porträtieren wir Firmen, die Ausbildungsplätze vergeben.

Der erste Besuch im Spielcasino ist ganz schön aufregend. Überall blinkt und fiept es und Menschen mit der Hoffnung auf den großen Gewinn schauen gebannt auf sich drehende Rädchen und aufblitzende Symbole. Doch der Azubi der Firma Gauselmann ist nicht zum Vergnügen hier. Er wird ins Casino oder in die Spielhalle gerufen, wenn ein Automat kaputt ist, gewartet werden muss oder ein neuer aufgestellt wird.

Zum 1. September sucht das Unternehmen für seine Berliner Niederlassung einen Azubi zum Automatenfachmann. Den Hauptsitz hat die Firma im nordrhein-westfälischen Espelkamp. Insgesamt unterhält Gauselmann deutschlandweit 15 Niederlassungen.

Den Ausbildungsberuf Automatenfachmann/frau gibt es erst seit diesem Jahr. Er wurde ins Leben gerufen, weil „die Spielgeräte mittlerweile so komplex sind, dass man Spezialisten braucht“, sagt Robert Hess, Pressesprecher des Unternehmens. Der Azubi werde „Herz und Seele der Automaten kennen lernen“.

Technisches Verständnis sollte er unbedingt mitbringen. „Die Ausbildung ist vertriebsorientiert“, erklärt Hess, der von den Bewerbern deshalb Kontaktfreude erwartet. Außerdem muss er den mittleren Bildungsabschluss in der Tasche haben und volljährig sein. Letzteres ist die Voraussetzung, um in Spielhallen und Casinos Einlass zu bekommen. Denn vor Ort müssen die Fachleute die Funktionen der Automaten überprüfen, sie leeren oder befüllen, herausfinden, warum Störungen auftauchen und diese beheben, sprich Ersatzteile austauschen oder Einstellungen erneuern.

Der Azubi verbringt den Großteil seiner Arbeitszeit allerdings nicht in der Spielhalle, sondern im Unternehmen. Er schnuppert in die Entwicklungsabteilung hinein, wo neue Daddel-Automaten, Touchscreen-Geräte und Fahrsimulatoren konzipiert werden, und er hilft den Mitarbeitern, die Geräte Instand zu halten und sie zu reparieren. Um neben den technischen auch die kaufmännischen Abläufe im Unternehmen kennen zu lernen, wird er auch in den Abteilungen Personalwirtschaft und Marketing eingesetzt. Außerdem ist der Azubi bei Verkaufsgesprächen dabei.

Drei Jahre dauert die Ausbildung, sie wird mit 550 Euro im ersten, 600 Euro im zweiten und 650 Euro im dritten Lehrjahr vergütet. Anschließend wird der Auszubildende übernommen. „Wir bilden für den eigenen Bedarf aus“, betont Hess. „Wer clever ist, kann es im Unternehmen weit bringen“. Er kann zum Beispiel Niederlassungsleiter werden. Je nach Neigung kann der Automatenfachmann auch in der Entwicklungsabteilung oder im Vertrieb arbeiten.

Weitere Informationen erteilt Carmen Lohmeier unter clohmeier@gauselmann.de.Sabine Hoelper

Die Lehrstellenbörse im Internet: www.tagesspiegel.de/lehrstellenboerse, www.meinestadt.de

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