Karriere : Miese Laune, schlechter Umsatz

Unmotivierte Mitarbeiter schaden Unternehmen.

Viele Deutsche gehen nur mit mäßigem Elan zur Arbeit. Gerade einmal 12 Prozent der Beschäftigten fühlen sich einer Erhebung zufolge ihrem Arbeitgeber gegenüber verpflichtet und sind im Job motiviert und engagiert. Im Vorjahr waren es noch 15 Prozent. Die Mehrheit der Beschäftigten (64 Prozent) spule am Arbeitsplatz ein Pflichtprogramm ab, so das Arbeitsklima-Barometer 2008 des IFAK Instituts. Der Anteil derer, die innerlich bereits gekündigt haben, liegt demnach bei 24 Prozent – zwei Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Jeder Siebte würde am liebsten seinen Chef entlassen.

Das geringe Maß an Verbundenheit von Beschäftigten mit ihrem Arbeitgeber hat durchaus Folgen: Es führt laut dem IFAK Institut zu vielen Fehltagen. Arbeitnehmer mit hoher Bindung an ihr Unternehmen fehlten im Schnitt 4,3 Tage. Bei Angestellten mit geringer Bindung waren es dagegen 10 Tage. Die Arbeitnehmer der ersten Gruppe seien außerdem deutlich engagierter, wenn es um Verbesserungen und Innovationen am Arbeitsplatz geht. Sie haben im Schnitt in den zurückliegenden 12 Monaten 17,5 Ideen und Vorschläge eingebracht. Bei den Kollegen ohne Identifikation mit dem Betrieb waren es nur 8,4.

Schuld an der geringen Verbundenheit der Mitarbeiter sind dem Marktforschungsinstitut zufolge häufig Defizite in der Personalführung. So könnten Führungskräfte ihre Mitarbeiter besser ans Unternehmen binden, wenn sie die Bedürfnisse und Erwartungen der Beschäftigten berücksichtigen. Der Einfluss der Führungskräfte lasse sich auch daran messen, dass Chefs bei Beschäftigten mit hoher Unternehmensbindung besser wegkommen als Vorgesetzte von Mitarbeitern, die sich nicht mit dem Betrieb identifizieren. Für die Studie wurden repräsentativ ausgewählte Arbeitnehmer telefonisch befragt. Werden die Ergebnisse hochgerechnet, sind nur 3,8 Millionen deutsche Erwerbstätige ihrem Arbeitgeber stark verbunden. (dpa)

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