Missverständnisse : Kollegen, hört die Signale!

Richtig Zuhören will gelernt sein. Gerade im Berufsalltag kann es unangenehme Folgen haben, etwas durch flüchtiges Hinhören falsch zu verstehen, erläutert der Verlag für die Deutsche Wirtschaft in Bonn.

Tatsächlich aber reagierten Zuhörer oft ungewollt abwehrend und hörten aus diesem Grund nicht konzentriert zu.

Wenn beispielsweise eine Kollegin aus der Nachbarabteilung dringend über ein Projekt reden möchte, bei dem „wieder mal alles schief läuft“, ist die Gefahr groß, dass die erste Reaktion lautet: „Nicht die schon wieder. Mit der lief bisher jedes Gespräch schief“. Aufgrund schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit schaltet der Betreffende dann spontan „auf Durchzug“.

Damit das nicht passiert, empfiehlt es sich, bewusst auf die Art zu achten, wie der Gesprächspartner kommuniziert. Unter Umständen ist schon an der gepressten Stimme zu hören, dass der Betreffende nervös ist. Möglicherweise fand auch er die bisherigen Gespräche wenig fruchtbar und würde ebenfalls am liebsten darauf verzichten.

Eine zweite „Zuhörfalle“ ist dem Fachverlag zufolge Langeweile: Zuhörer reagierten auf ein Thema innerlich häufig mit: „Nicht schon wieder!“ und glauben, den weiteren Gesprächsverlauf vorhersagen zu können. Auch in diesem Fall verringert das die Zuhörfähigkeit erheblich. Die passende Gegenmaßnahme dafür lautet, eine Erwartungshaltung zu entwickeln. Dann könnte der Angesprochene zu sich sagen: „Mal sehen, ob es etwas Neues zum Thema zu berichten gibt.“ Statt gleich davon auszugehen, dass nur die altbekannte Leier folgt, helfe abzuwarten und das Neue zu suchen.

Eine weitere Zuhörfalle ist der „Verteidigungsreflex“: Dabei fühlt sich der Angesprochene durch eine Aussage persönlich angegriffen und hört deshalb nicht mehr zu. Die beste Gegenstrategie lautet den Experten zufolge diesmal, sich innerlich „Stopp!“ zu sagen und tief durchzuatmen. Statt gleich verbal zurückzuschlagen, bringe es viel mehr, die Argumente des Gegenübers zuzulassen. Dabei kommt oft heraus, dass der Gesprächspartner gar keine Attacke im Sinn hat. dpa

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