Motivation : Sportlehrer helfen Managern, in Bewegung zu bleiben

Andrea Löbbecke (dpa)

Gesunde Mitarbeiter und motivierte Manager: Arbeitgeber haben ein Interesse daran, dass wenig Krankentage anfallen, ihre Beschäftigten fit sind und möglichst bis zum Rentenalter voll einsatzfähig bleiben. In vielen Unternehmen soll ein „betriebliches Gesundheitsmanagement“ dabei helfen. Dazu zählt auch Betriebssport – und manchmal sogar der Einsatz eines Personal Trainers.

In den vergangenen Jahren hat die Nachfrage von Firmenseite nach besonders qualifizierten Personal Trainern zugenommen, ist die Erfahrung von Eginhard Kieß vom Premium Personal Trainer Club in Bergisch-Gladbach. In der Regel sind es studierte Sportwissenschaftler, die ihren Kunden bei Fitness- und Gesundheitsfragen zur Seite stehen – sei es ein individueller Trainingsplan oder die Begleitung bei einzelnen Übungseinheiten.

Personal Trainer sind als Sport-Partner für Manager im Einsatz, die mit Dauerlauf-Einheiten ihr Übergewicht bekämpfen oder Stress abbauen wollen, oder als professioneller Leiter von Betriebssportgruppen. Früher sei es üblich gewesen, dass Führungskräfte einen regelmäßigen Gesundheits-Check-Up vom Unternehmen bezahlt bekommen haben, oft verbunden mit einer längeren Kur, sagt Kieß. Heute fehle den Managern schlicht die Zeit dafür.

Gefragt seien nun flexible Angebote, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen. „Der Personal Trainer kommt nach Hause oder an den Arbeitsplatz, die Termine macht er auch mit der Sekretärin aus.“ Ein persönlicher Trainer kostet nach den Angaben von Kieß je nach Region 80 bis 150 Euro in der Stunde.

Diese Kosten würden manche Unternehmen komplett, andere zum Teil übernehmen. Dabei liege der Nutzen für die Firma auf der Hand: Die Chefs seien fitter, gesünder und fühlten sich dem Betrieb mehr verbunden. „Im Kampf um die besten Köpfe kann Personal Training den Firmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen“, sagt Pascal Senn, Sportwissenschaftler aus Karlsruhe.

Für die Management-Ebene sei dieses persönliche, maßgeschneiderte Angebot gut geeignet, um nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern auch die Bindung an das Unternehmen zu steigern. „Zwingen kann man allerdings niemand“, gibt er zu bedenken. Aber: „Ein fester Termin mit dem Trainer ist eine gute Motivation, den inneren Schweinhund zu überwinden“, sagt der Geschäftsführer des Instituts für präventive Diagnostik, Aktivitäts- und Gesundheitsförderung (IDAG).

„Der große Pluspunkt ist die individuelle Betreuung“, sagt der Personal Trainer Markus von Marées aus Wiesbaden. Beim Sport in einer Gruppe passe die Trainingsintensität meist nur für einige Teilnehmer – für den Rest sei sie zu intensiv oder aber fordere zu wenig.

„Allerdings kommt es auch immer darauf an, was ich will. Wenn ich mich mit Gleichgesinnten ein bisschen bewegen will, kann eine Gruppe auch genau das Richtige sein.“ Wenn jemand jedoch wenig und unregelmäßig Zeit hat oder seine sportlichen Ziele möglichst effektiv erreichen will, lohne sich die Investition in einen persönlichen Trainer. „Der kommt zum Kunden, wann immer der es wünscht“, sagt von Marées. Gut ausgebildete Personal Trainer stellten zudem ein individuelles, langfristiges Trainingskonzept auf, bevor es mit dem Sport losgeht. „Für viele Klienten ist ein Gesundheitstraining sinnvoll, bei dem auch Entspannung oder die richtige Ernährung wichtige Themen sind.“

In der Firmenzentrale des Energie-Konzerns E.ON in Düsseldorf ist zum Beispiel zweimal in der Woche für mehrere Stunden ein Personal Trainer anwesend. Mitarbeiter könnten sich dort einen Termin buchen, etwa für eine individuelle Erstberatung und einen ersten Trainingsplan. Im Konzern werde sportliche Betätigung als „wichtiger Ausgleich zur Belastung am Arbeitsplatz“ gesehen, sagt eine Unternehmenssprecherin, insbesondere bei überwiegend sitzenden Tätigkeiten. Für die Führungskräfte gebe es eine ganzheitliche Gesundheitsbetreuung – mit individuellem Personal Training. Andrea Löbbecke (dpa)

Weitere Informationen im Internet: www.premium-personal-trainer.de

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