Karriere : Niedersachsen will Kurzarbeit für Bildung nutzen

Zur Sicherung der Beschäftigung in Zeiten der Wirtschaftskrise will der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) das Kurzarbeitergeld für Arbeitgeber attraktiver machen. Der Staat solle „in den letzten Monaten im wesentlichen die Sozialabgaben tragen, damit es im Sturm der Krise zur Vermeidung von Entlassungen kommt“, sagte Wulff kürzlich.

Zehntausende Beschäftigte der Autoindustrie werden in den ersten Monaten des neuen Jahres in Kurzarbeit geschickt. Der CDU-Bundesvize sagte, die Industrie sollte die Zeit der Auftragsrückgänge auch zur Weiterbildung und Qualifizierung ihrer Mitarbeiter nutzen. Solche Pläne werden bereits von Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) verfolgt. Als Teil des ersten Konjunkturpakets war die Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes von 12 auf 18 Monate verlängert worden.

Für ein zweites Konjunkturpaket wird Wulff zufolge unter anderem über eine Entschärfung der „kalten Steuerprogression“ diskutiert, bei der ein Teil der Lohnerhöhungen durch höhere Steuern aufgefressen wird. „Der Facharbeiter, der mehr leistet und Wochenendzuschläge verdient, hat heute netto kaum mehr, weil er in eine höhere Steuerklasse kommt und der Spitzensteuersatz sehr früh beginnt“, kritisierte Wulff. Der Spitzensteuersatz wird bei einem Jahreseinkommen ab rund 52 000 Euro fällig.

Wulff forderte zudem, das zweite Konjunkturpaket müsse stärker vom Bund getragen werden als das erste. Dieses finanzierten zu 60 Prozent Länder und Kommunen. Der CDU-Politiker mahnte, nicht in zu viel Hektik und Aktionismus zu verfallen, weil das erste Konjunkturpaket seine Wirkung noch gar nicht entfalten konnte. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben