Karriere : Privat-Surfen kann den Job kosten

Schnell bei eBay nach der laufenden Auktion geschaut oder den Flug fürs Wochenende gebucht: Wer am Arbeitsplatz privat im Internet surft, ist oft auf verbotenem Terrain unterwegs. Denn hat der Chef dies ausdrücklich untersagt, kann neben einer Abmahnung auch die fristlose Kündigung ins Haus flattern. Bis zu einem gewissen Maß tolerieren die meisten Arbeitgeber zwar, wenn sich die Angestellten beispielsweise in ihrer Pause online informieren. Wer aber stundenlang auf Kosten des Chefs surft und möglicherweise illegale Webseiten anschaut, muss mit Konsequenzen bis hin zu einem Strafverfahren rechnen. „Die Rechtsprechung orientiert sich hier am privaten Telefonieren“, erläutert Rechtsanwalt Johannes Richard.

Meistens seien Surfen und Telefonieren erlaubt, aber nur wenige Minuten oder in der Pause. Arbeitgeber hätten aber das Recht, das Surfen komplett zu verbieten. „Das kann durch eine Betriebsvereinbarung oder eine Individualvereinbarung erfolgen“, sagt Richard. Hält sich der Angestellte nicht an die Regelung, werde er normalerweise zunächst abgemahnt. Wer jedoch erwischt wird, wie er am Arbeitsplatz auf pornografischen Seiten unterwegs ist, kann seinen Job sofort verlieren. „Außerordentliche Kündigungen sind aber nur möglich, wenn für den Arbeitgeber die Weiterführung des Verhältnisses unzumutbar ist“, erklärt der Anwalt. „Es kommt darauf an, was ich im Internet mache.“

Besteht zwischen dem Chef und seinen Angestellten keine Vereinbarung über die privaten Nutzung des Netzes, ist das Surfen grundsätzlich nicht erlaubt, sagt Christoph Schmitz-Scholemann vom Bundesarbeitsgericht in Erfurt. „Denn das Internet ist eine Arbeitseinrichtung des Arbeitgebers.“ Nimmt das Surfen überhand, werde der Firma außerdem Arbeitszeit entzogen. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben