Karriere : Richtiges Netzwerken im Internet

Andreas Heimann (dpa)

„Jeder kennt jeden über sieben Ecken“ – das ist nicht nur so dahingesagt. „Small-World-Phänomen“ wird es auch genannt. Und die Kunst besteht eben darin, über seine Bekannten die richtigen Kontakte zu knüpfen. Soziale Online-Netzwerke sollen das leichter machen – auch beruflich. „Viele scheuen sich noch, am Arbeitsplatz in soziale Netzwerke zu gehen, weil dem etwas Privates anhaftet“, sagt Wolfgang Hünnekens, Dozent an der Universität St. Gallen und Gründer des Institutes of Electronic Business in Berlin. Dabei gibt es Vorteile, die auf der Hand liegen.

Bekannte Netzwerke für das Knüpfen beruflicher Kontakte sind Linkedin und Xing. „Xing ist wie ein Schweizer Offiziersmesser“, sagt Joachim Rumohr, Xing-Trainer und Autor aus Hamburg. „Viele haben eins, nutzen es aber nur als Brieföffner und Korkenzieher. Manche lassen es die meiste Zeit in der Schublade liegen.“ Für viele seien Xing und Linkedin nur Adressdatenbanken und dienten vor allem zur Pflege alter Kontakte. Unterschätzt würden etwa die Gruppen, in denen Mitglieder sich austauschen können. „Auch wer zu speziellen Themen eine Frage stellt, bekommt dort oft in wenigen Minuten eine Antwort“, sagt Rumohr. Problemlos sei, auch nur eine Zeitlang Mitglied einer Gruppe zu sein.

„Das eigene Profil ist wie ein Schaufenster“, sagt Joachim Rumohr – damit lockt man Interessenten. „Aber die Schaufenstergestaltung ist oft schlecht. Entweder ist zu wenig zu sehen, oder alles ist durcheinander.“ Ganz falsch sei, das Schaufenster „von unten bis oben vollzuknallen“. Details gehörten besser auf die „Über-mich-Seite“.

Ein entscheidender erster Fehler ist oft das falsche Bild. „Ein Bild kommuniziert mit dem Betrachter“, sagt Rumohr. „Ich kann damit viel mitteilen über mich.“ Grundsätzlich sei ein Porträt am besten. Sich neben dem Eiffelturm ablichten zu lassen, bringt nichts. Ein typischer Fehler sei zudem die Überaktivität: Beispielsweise sollten Kontakte nicht zu häufig angeschrieben werden, warnt Kommunikationstrainerin Caroline Krüll.

Andreas Heimann (dpa)

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