Karriere : URTEILE

Wohnung am Arbeitsort ist nur noch bis 60 Quadratmeter absetzbar

Ausgaben für eine Wohnung am Arbeitsort können künftig nur noch für Flächen von bis zu 60 Quadratmetern bei der Steuer abgesetzt werden. Diese Grenze hat der Bundesfinanzhof in München jetzt festgelegt. Bislang wurde von Fall zu Fall entschieden, ob die Wohnungsausgaben „angemessen“ sind, erläutert der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BDL) in Berlin. Abzugsfähig seien im Rahmen der doppelten Haushaltsführung dann neben der Miete auch die Ausgaben für Strom, Wasser und Heizung sowie die Vermittlungsgebühr für einen Makler. Auch Fahrtkosten könnten abgesetzt werden. „Sie können da auch die Fahrtkosten zum Baumarkt geltend machen“, sagte Geschäftsführer Erich Nöll. Am Mittwoch hatte der Bundesfinanzhof in München zwei Urteile veröffentlicht, nach denen der Steuerabzug auf den „notwendigen Mehraufwand“ begrenzt sein müsse (Aktenzeichen VI R 10/06 und VI R 23/05). Einen Höchstbetrag für die Mietausgaben nannten die Richter nicht – die Wohnkosten seien regional unterschiedlich. Die Aufwendungen für die Wohnung müssten aber einem „nach Lage und Ausstattung durchschnittlichen Wohnstandard“ entsprechen.dpa

Arbeitgeber kann Vergütung für Azubi nicht willkürlich festlegen

Arbeitgeber können die Vergütung für Auszubildende nicht willkürlich festlegen. Sie sind zum Beispiel an eine tarifliche Regelung zur Ausbildungsvergütung gebunden, wenn ein Arbeitgeberverband, in dem sie Mitglied sind, und eine Gewerkschaft, in der der Auszubildende eventuell eingetragen ist, den Tarifvertrag vereinbart haben. Das gleiche gilt auch, wenn ein Tarifvertrag vom zuständigen Ministerium für allgemein verbindlich erklärt wurde, erläutert der Verlag für die deutsche Wirtschaft in Bonn. In allen anderen Fällen müssen die Arbeitgeber eine „übliche“ Ausbildungsvergütung zahlen. Wie hoch diese „übliche“ Ausbildungsvergütung ausfällt, ist aber nicht exakt geregelt. Nach einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein ist eine Vergütung 35 Prozent unter Tarif unzulässig. Das Gericht plädierte für eine Unterschreitung von maximal 20 Prozent (Aktenzeichen 5 Sa 159/06). (mit dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben