Karriere : URTEILE

Krank zur Arbeit: Tagegeldanspruch steht auf dem Spiel

Wer trotz einer Krankschreibung und Arbeitsunfähigkeit arbeitet, riskiert seinen Anspruch auf Leistungen aus einer privaten Krankentagegeldversicherung. Das geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe hervor, auf das der Deutsche Anwaltverein (DAV) in Berlin hinweist. Demnach muss der Versicherer nur dann Krankentagegeld zahlen, wenn der Versicherte während der Arbeitsunfähigkeit gänzlich untätig ist (Aktenzeichen: IV ZR 129/06).dpa

Lohnkürzen wegen schlechter Arbeit nur ausnahmsweise möglich

Ein Arbeitgeber kann einem Mitarbeiter nur in Ausnahmefällen den Lohn kürzen, wenn er die erbrachte Leistung als schlecht empfindet. Auf einen entsprechenden Beschluss des Bundesarbeitsgerichts in Erfurt (Aktenzeichen: 5 AZN 610/07) macht der Deutsche Anwaltverein (DAV) in Berlin aufmerksam. Ausnahmen seien höchstens dann möglich, wenn ein Arbeitnehmer schuldhaft schlecht arbeitet, erläutert Roland Gross, Fachanwalt für Arbeitsrecht aus Leipzig. Dann kann sein Chef einen Schadensersatzanspruch gegen den Vergütungsanspruch aufrechnen. dpa

Keine Kamera im Betrieb: Dauerkontrolle ist nicht erlaubt

Detektive, Kameras oder Überwachung per GPS – Arbeitnehmer müssen den Kontrollwahn ihres Arbeitgebers nicht einfach hinnehmen. „Eine lückenlose Kontrolle bei der Arbeit ist nicht erlaubt“, sagt Meike Kamp vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) in Kiel. „Das verstößt gegen die Persönlichkeitsrechte der Angestellten.“ dpa

Arbeitnehmer haftet für Schaden nur bei Fahrlässigkeit

Verursacht ein Arbeitnehmer einen Schaden, muss er diesen nur bei grober oder mittlerer Fahrlässigkeit ersetzen. Darauf weist die Rechtsanwaltskammer Koblenz hin. Der Arbeitgeber muss diese Fahrlässigkeit außerdem nachweisen. Daher dürfe der Arbeitgeber einem Mitarbeiter nicht einfach das Gehalt kürzen, wenn dieser beispielsweise sein Eigentum beschädigt hat. dpa

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