Karriere : URTEILE

Chef darf nicht ohne Einschränkung Überstunden fordern

Wenn ein Arbeitnehmer Überstunden verweigert, darf er nicht ohne Weiteres gekündigt werden. Voraussetzung dafür ist in jedem Fall, dass die Mehrarbeit ordnungsgemäß angewiesen wurde und zulässig war. Die Anordnung von Mehrarbeit muss arbeitsvertraglich vereinbart sein und darf nicht gegen gesetzliche oder tarifliche Vorgaben verstoßen. Entsprechend urteilte das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz (Aktenzeichen: 3 Sa 168/07) in Mainz. Wenn der Arbeitnehmer schon etliche Überstunden angesammelt hat, ist das ebenfalls zu berücksichtigen, so der Verlag für die Deutsche Wirtschaft in Bonn.dpa

Reha hat vor Vorrang vor Rente: Üblich sind zunächst drei Wochen

Für Arbeitnehmer, die einige Zeit arbeitsunfähig waren, hat Rehabilitation Vorrang vor einer „Frührente“. Darauf weist der Fachverlag für die Deutsche Wirtschaft in Bonn hin. Reha-Maßnahmen sollen nach Paragraf 8 des Sozialgesetzbuches (SGB) IX ausdrücklich einer dauerhaften Verminderung der Erwerbsfähigkeit vorbeugen. Eine medizinisch erforderliche Reha-Leistung findet in der Regel stationär in einer Klinik statt. Üblicherweise dauert sie drei Wochen. Voraussetzung ist, dass die Erwerbsfähigkeit wegen Krankheit oder Behinderung gefährdet oder schon vermindert ist. Außerdem gibt es versicherungsrechtliche Voraussetzungen, die unbedingt erfüllt sein müssen.dpa

Arbeitgeber muss Übergabe der Kündigung beweisen können

Arbeitgeber müssen nachweisen können, dass eine Kündigung den Arbeitnehmer tatsächlich erreicht hat. Es genügt nicht, sie einfach abzuschicken. Die Beweislast liegt allein beim Arbeitgeber, der dokumentieren muss, dass und wann der Arbeitnehmer die Kündigung bekommen hat. Im Fall einer persönlichen Übergabe reicht es nicht, dass der Arbeitgeber behauptet, sie ausgehändigt zu haben, berichtet der Verlag für die Deutsche Wirtschaft in Bonn. Um Konflikte zu vermeiden, sollten am besten Zeugen anwesend sein. Der Arbeitgeber kann sich die Aushändigung auch vom Arbeitnehmer per Unterschrift bestätigen lassen. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben