Karriere : Vertrieb ist Alternative

Weniger Jobs für Marketing-Experten

Der Arbeitsmarkt für Marketing- und PR-Fachleute ist durch die aktuelle Wirtschaftskrise eingebrochen. Alternativen finden Jobsuchende im Vertrieb, der wesentlich stabiler dasteht und nach wie vor mit guten Gehältern lockt, berichtet das Magazin Junge Karriere in seiner neuen Ausgabe. Danach ist der Monster Employment Index, für den monatlich die Job-Offerten von 280 Unternehmenswebsites und zehn großen Jobportalen ausgewertet werden, für die Marketingbranche im Oktober 2009 einen Tiefstand von 80 Punkten, das entspricht einem Minus von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Als deutlich stabiler entpuppt sich dagegen der Arbeitsmarkt für Vertriebsmitarbeiter. Der Rückgang beim Monster Employment Index beträgt lediglich 17 Prozent. „In wirtschaftlich schwierigen Zeiten bekommt eine leistungsfähige und motivierte Vertriebsmannschaft eine besondere Bedeutung“, sagt Clemens Nau, Geschäftsführer der Saleslounge in Berlin. Zahlreiche Unternehmen seien dabei, ihre Vertriebsmannschaft zu reorganisieren und aufzustocken.

Ausgelöst durch die globale Wirtschaftskrise bringen aber nicht nur Unternehmen, sondern auch Länder, Verbände und öffentliche Institutionen Marketing und Vertrieb auf Vordermann. Für Jobsuchende lohnt es daher, beispielsweise auch im Standort-, Kultur- oder Wissenschaftsmarketing nach offenen Stellen zu suchen. Nach Angaben der Personalberatung Adecco ist bei öffentlichen Dienstleistern die Anzahl der Job-Offerten für Marketing- und Vertriebsfachkräfte deutlich weniger eingebrochen als in der freien Wirtschaft. Insgesamt schreiben beispielsweise Behörden, Verbände und öffentliche Gesundheits-, Energie- und Bildungsbetriebe von Januar bis Ende Oktober 2009 knapp 1600 Stellen in deutschen Printmedien aus – das sind in etwa so viele wie die Chemie- und Pharmaindustrie zu besetzen hat und deutlich mehr als die Konsumgüterbranche oder Werbeagenturen und Marktforschung.

Der Einstieg im Vertrieb lohnt auch für Akademiker, denn nach wie vor ist eine Vertriebskarriere lukrativ. Key Account Manager, die wichtige Großkunden betreuen, verdienen etwa schon beim Berufseinstieg im Mittel knapp 43 000 Euro im Jahr. Wer bereits ein paar Jahre Berufserfahrung vorweisen kann, bringt es im Schnitt auf knapp 58 000 Euro. Mit Personalverantwortung ist noch deutlich mehr drin: So verdient nach Angaben der Hamburger Vergütungsberatung Personalmarkt ein Regionalverkaufsleiter nach drei bis sechs Berufsjahren bereits gut 61 000 Euro jährlich. JK

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