Volkshochschule : Viel Wissen für wenig Geld

Volkshochschulen sind gefragt wie nie zuvor

Weiterbildung an Volkshochschulen ist bei den Bürgern so gefragt wie nie zuvor. Rund neun Millionen Menschen besuchten im Jahr 2007 eine Veranstaltung an einer der rund 1000 Volkshochschulen. Angeboten wurden 562 000 Kurse – der bisher höchste Stand, wie der Deutsche Volkshochschul-Verband am Dienstag in Bonn berichtete.

Die VHS-Statistik zeige Steigerungen in fast allen Bereichen der Volkshochschularbeit. Der zwischen 2002 und 2005 zu beobachtende Rückgang bei Kurs- und Stundenzahl sei damit endgültig gestoppt, sagte der Vorsitzende des Verbandes, Ernst Dieter Rossmann. „Offenbar verbinden die Menschen mit Weiterbildung zunehmend eine Verbesserung ihrer beruflichen Chancen und eine Steigerung ihrer Lebensqualität.“ Die Volkshochschulen seien auch die führende interkulturelle Bildungseinrichtung in Deutschland, sagte Rossmann. Rund 200 000 Zuwanderer haben seit 2005 an einem Integrationskurs teilgenommen und seit Herbst des Jahres sind Volkshochschulen auch exklusiver Partner von Bund und Ländern bei Einbürgerungstests.

Den höchsten Zuwachs gab es im Programmbereich „Grundbildung und Schulabschlüsse“ – mit einer Steigerung von gut sechs Prozent bei den Unterrichtsstunden. Stark blieb das Sprachkurs-Angebot mit etwas mehr als 40 Prozent aller Unterrichtsstunden. Ihm folgten die Programmbereiche Gesundheit, Arbeit und Beruf, Kultur und Gestalten, Grundbildung und Schulabschlüsse sowie Politik, Gesellschaft und Umwelt.

Mit 385 Millionen Euro brachten die Teilnehmer in 2007 erstmals mehr Mittel für Volkshochschulkurse auf als Länder und Kommunen, die insgesamt 381 Millionen Euro zuschießen. „Damit ist das Ende der Fahnenstange für die Bürger erreicht“, betonte Rossmann. Das rückläufige Engagement des Staates sei nicht richtig. Die Teilnahme an Weiterbildung scheitere so immer häufiger am schmalen Geldbeutel. dpa

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