Karriere : Von Obama lernen

Schlagfertigkeit lässt sich trainieren

Andreas Heimann (dpa)

Schlagfertigkeit hat nicht unbedingt etwas mit Zurückschlagen zu tun. „Viele wollen allerdings vor allem dann schlagfertig sein, wenn sie sich zur Wehr setzen müssen“, sagte der Managementtrainer Valentin Nowotny. „Dabei ist aus dem Blick geraten, dass Schlagfertigkeit auch ein Gestaltungsmittel ist.“ Schlagfertig sei gerade nicht der, der ständig bereit ist zuzuschlagen, sondern der, in kreativer Weise schnell reagiert. „Man soll dabei nicht versuchen, auf Kosten des anderen zu punkten“, sagt der Business Coach.

Schlagfertigkeit ist nach Nowotnys Überzeugung nicht einfach angeboren. „Man kann das trainieren und an der eigenen Kommunikationsfähigkeit arbeiten.“ Auch ansonsten eher schüchterne Persönlichkeiten sollten es nicht von vorneherein für aussichtslos erklären.

Ähnlich wie im Fußball sei dabei wichtig zu überlegen, wie ein Konter idealerweise aufgebaut wird. Helfen kann dafür, sich an Vorbildern zu orientieren: „Das kann ein Talkmaster sein, ein Schauspieler oder Politiker wie Angela Merkel oder Barack Obama.“

Empfehlenswert sei, sich ein Vorbild nach persönlichen Vorlieben zu suchen und es dann gezielt zu beobachten – bei einem Politiker zum Beispiel bei einer längeren Rede im Fernsehen: Wie reagiert er auf spontane Zwischenrufe? Wie, wenn er vom Redetext abweicht? Wann lächelt er? „Je besser ich mein Vorbild kenne, umso eher kann ich bestimmte Muster übertragen.“

„Gerade, wenn man nicht der kommunikative Typ ist, kann man auch im Alltag üben“, sagt Nowotny, „zum Beispiel an der Kasse im Kaufhaus einfach einmal eine ungewöhnliche Replik versuchen und ausprobieren, was passiert.“

Andreas Heimann (dpa)

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