Weiterbildung : Speed-Coaching für Besucher

Weiterbildung und lebenslanges Lernen darf nicht nur auf die direkte Verwertbarkeit zielen, meint Gesine Schwan. Beratung und Information gab es beim Weiterbildungstag des Tagesspiegel.

Weiterbildung und lebenslanges Lernen darf nicht nur auf die direkte Verwertbarkeit zielen, meint Gesine Schwan. Es bedeute weit mehr als nur spezielle berufliche Qualifizierung. Mit diesem Aufruf eröffnete die einstige Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten am Donnerstag den Weiterbildungstag des Tagesspiegel. Die Veranstaltung solle Orientierung im „Dschungel der Weiterbildungsmaßnahmen“ bieten, sagte Tagesspiegel-Geschäftsführerin Marion Bleß. Dreizehn Hochschulen und Institute präsentierten in dem Tagesspiegel-Haus am Askanischen Platz ihr Angebot.

Neben den Informationsständen der Aussteller boten Workshops Hilfen für das Berufsleben und Tipps für berufsbegleitende Weiterbildungen. Die Sprachwissenschaftlerinnen Kerstin Köhler und Cäcilie Skorupinski vermittelten Kenntnisse in Sachen Smalltalk. Wohl angewendet, seien die „kleinen Gespräche“ eine gute Möglichkeit, sich zu präsentieren. Ein „Speed Coaching“ des Büros für Berufsstrategie Hesse und Schrader hatte schnelle Karrieretipps parat.

Auch die beste und weit vorausschauende Planung ersetze keine umfassende Bildung, erklärte Gesine Schwan. „Wir können uns nicht darauf verlassen, was sein wird“, sagte sie. Umso wichtiger sei es, in der Bildung breit aufgestellt zu sein. Neben fachlichen Qualifikationen käme es zunehmend auf grundlegende Fähigkeiten wie etwa Eigenständigkeit an. Nur so könne man die ungewisse Entwicklung des Arbeitsmarktes meistern. Wie das außerdem zu bewerkstelligen sei, diskutierten die Teilnehmer des Bildungspodiums, das sich mit den Herausforderungen der berufsbegleitenden Weiterbildung beschäftigte. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf dem Unterschied einer universitären Weiterbildung wie dem Bachelor oder Master in Betriebs- und Wirtschaftslehre, gegenüber einer beruflichen Weiterbildung zum Fachwirt. Von Arbeitgeberseite würden beide Ausbildungen benötigt, erklärte Stefan Missal von der Personalberatung „FreiRaum“. Führungskräfte seien besser mit einem Masterabschluss beraten. Der Fachwirt, der von der Industrie und Handelskammer (IHK) geprüft wird, sei dagegen praxisorientierter. „Ein Fachwirt ist wie ein Meister, nur im kaufmännischen Bereich“, so Missal.

Alexander Diez von der IHK Berlin, wies jedoch darauf hin, dass der Fachwirt trotz inhaltlicher Unterschiede gleichwertig zu einer universitären Ausbildung sei. Dennoch gelte es, sich vorab für die akademische oder die berufliche Weiterbildung zu entscheiden. Denn wie Alexander Diez und Rudolf Schäfer, Professor der TU Berlin, berichteten, sei die Durchlässigkeit zwischen den beiden Ausbildungswegen nicht gegeben. sny

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