Wirtschaft : Karstadt belohnt seine Mitarbeiter

Beschäftigte sollen Boni für Verkaufserfolge bekommen und in diesem Jahr mehr verdienen

Berlin - Der Essener Warenhauskonzern Karstadt will seinen Mitarbeitern künftig umsatzabhängige Boni zahlen und sie damit für Verkaufserfolge belohnen. Das Bonus-Programm soll Medienberichten zufolge im September eingeführt werden. „Wer viel verkauft, erhält einen Zuschlag auf das derzeitige Gehalt. Das kann durchaus mehrere hundert Euro für Mitarbeiter im Verkauf ausmachen“ sagte Karstadt-Chef Andrew Jennings den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe.

Jennings hatte bereits bei der Vorstellung seines neuen Konzeptes „Karstadt 2015“ vor einigen Wochen angedeutet, dass es neue Anreizsysteme für Mitarbeiter geben soll, ohne aber konkrete Beispiele zu nennen.

Auch die Arbeitnehmervertreter haben das Bonus-Programm abgesegnet. Der Gesamtbetriebsrat habe nach Pilotprojekten in 50 Filialen erfolgreich verhandelt, dass nicht nur die Verkäufer auf der Fläche, sondern das gesamte Personal in den Kaufhäusern von dem Programm profitieren könne, teilte Gesamtbetriebsrätin Ramona Bahr in Hamburg mit. Somit kommen die Boni der großen Mehrheit der 24 000 Karstadt-Beschäftigten zugute. In Berlin hat der von Investor Nicolas Berggruen vor der Pleite gerettete Kaufhaus-Konzern 3225 Mitarbeiter.

Erfolgreiche Verkäufer sollen im Zuge des neuen Programms direkte monatliche Provisionen erhalten, andere Beschäftigte wie Dekorateure oder Auffüller, die ebenfalls zum Verkaufserfolg beitragen, sollen aus einem Gemeinschaftstopf eines jeden Hauses am Jahresende Boni erhalten. In die Töpfe fließe aber nur bei Umsatzsteigerungen Geld, sagte Bahr.

Außerdem können sich die Beschäftigten des Warenhauskonzerns in diesem Jahr über etwas mehr Geld freuen. Erstmals erhalten sie im laufenden Sanierungstarifvertrag im November eine Sonderzahlung. „Jahrelang gab es keine Urlaubs- und Weihnachtszahlungen“, sagte Bahr. Im Sanierungstarifvertrag, der Mitte 2012 ausläuft, hatten die Beschäftigten sich zu einem Lohnverzicht bereiterklärt, um ihre Arbeitsplätze zu erhalten. Nach Auslaufen der Vereinbarung sollen die Mitarbeiter wieder in den üblichen Tarifvertrag rutschen. Dann kommen auf Karstadt jährliche Mehrkosten in Höhe von 50 Millionen Euro zu. jmi

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