Wirtschaft : Karstadt hat Hertie saniert

DÜSSELDORF (rv/HB/Tsp).Als die Essener Karstadt AG im Jahre 1994 den angeschlagenen Frankfurter Warenhauskonzern Hertie übernahm, wollte sich der Vorstandsvorsitzende Walter Deuss fünf Jahre Zeit geben, um Hertie zu sanieren.Jetzt sind die fünf Jahre vorbei - und Karstadt konstatiert in der Dividendenmeldung für das Jahr 1998: "Die nachhaltige Genesung des Unternehmens ist planmäßig abgeschlossen."

Die Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH erzielte erstmals seit der Übernahme durch den Karstadt-Konzern ein positives Betriebsergebnis - in Höhe von 36,3 Mill.DM.Im Jahr zuvor war noch ein außerordentliches Ergebnis erforderlich gewesen, um die Warenhaustochter in die schwarzen Zahlen zu bringen.Wie es weiter heißt, beläuft sich der von Hertie ausgewiesene Jahresüberschuß auf 117,4 (2,7) Mill.DM.Die erfolgreiche Sanierung der Tochter Hertie, aber auch die Tatsache, daß das Warenhausgeschäft nach zeitweiliger Flaute wieder an Dynamik gewonnen hat, führte beim Karstadt-Konzern 1998 zu einer Erhöhung des Jahresüberschusses um 35,2 Mill.auf 199,2 Mill.DM.

Besonders deutlich zeigte sich die Ertragsverbesserung im Ergebnis je Aktie: Es stieg auf 16,42 DM - gegenüber 3,85 DM im Jahr davor.1996 hatte das Ergebnis mit rund 20 DM noch klar im Minus gelegen.Von der Ertragssteigerung werden in diesem Jahr auch die Karstadt-Aktionäre profitieren: Die Dividende für 1998 soll von zehn DM auf elf DM erhöht werden.Für den inländischen Aktionär ergebe sich unter Einbezug der anrechenbaren Körperschaftssteuer ein Ertrag von 15,71 DM je Aktie, heißt es.

Die im vergangenen Jahr erzielte Ergebnissteigerung sei Folge der 1997 angelaufenen Umstellung von derzeit bereits 30 Warenhäusern auf ein neues Konzept mit einer deutlich verbesserten Präsentation.Deuss hatte angekündigt, bis zum Jahr 2001 insgesamt rund eine Mrd.DM in die Umrüstung von Warenhäusern zu investieren.

Im Rahmen der Integration von Hertie waren eine Reihe von Häuser geschlossen und einige zu Karstadt-Filialen umgebaut worden.Die Zahl der Hertie-Häuser wurde in den vergangenen fünf Jahren von 78 auf 32 reduziert.Die Zahl der Karstadt-Häuser erhöhte sich im selben Zeitraum von 169 auf 212.

Für Deuss, der vor der Hertie-Sanierung bereits die Versandhandeltochter Neckermann in einem langwierigen Prozeß wieder auf Kurs gebracht hatte, steht jetzt eine neue große Aufgabe an: Das große, zum Karstadt-Mehrheitsaktionär Schickedanz gehörende Versandhaus Quelle soll mit Karstadt zur Karstadt Quelle AG fusionieren.

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