Wirtschaft : Karstadt nutzt die Krise

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Von Maurice Shahd

Die Krise des deutschen Einzelhandels nimmt deprimierende Züge an. Jetzt hat auch Wolfgang Urban, Chef von KarstadtQuelle, der Branche die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Konsumflaute genommen. Urban erwartet, dass das verfügbare Einkommen der Verbraucher in den kommenden Jahren weiter sinken und die Konsumneigung stagnieren wird. Für einen Handelskonzern, der ein Wachstum von Umsatz und Gewinn anstrebt, ist das eine niederschmetternde Einschätzung. Deswegen steuert Urban jetzt um, indem er einerseits seine Warenhäuser kundenfreundlicher machen will, sich gleichzeitig aber nach gänzlich neuen Einnahmequellen umsieht.

Bei den schon jetzt erfolgreichen, großen Warenhäusern will Urban kräftig in die Ausstattung investieren. Die unrentablen Standorte sollen aber nicht geschlossen werden, sondern entweder durch ein besseres Management profitabel gemacht oder zu Spezialkaufhäusern wie Karstadt Sport umgebaut werden. Damit beweist Urban, dass nicht nur Standortschließungen und Personalabbau die Antwort auf einen Umsatzrückgang sein können. Nur vom deutschen Einzelhandelsgeschäft will Karstadt-Quelle aber künftig nicht mehr abhängig sein. Der Konzern expandiert ins Ausland und der Ergebnisbeitrag der Dienstleistungen soll von jetzt sieben auf 35 Prozent steigen. Künftig wird Karstadt auch Versicherungen und Kredite anbieten. Mehr Geld sollen auch Reisen, TV-Shopping und Kundenkarten in die Kassen bringen. Krisen bewirken Veränderungen. Wolfgang Urban bleibt zu wünschen, dass ihm die Aktionäre genügend Zeit lassen, um die Änderungen durchzusetzen.

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