Wirtschaft : Karstadt-Quelle AG: Der Konzern verringert Verluste

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Bei der Essener Karstadt-Quelle AG hat sich das Geschäftsklima weiter aufgehellt. Mit einem Umsatzzuwachs von 4,9 Prozent auf 20,92 Milliarden Mark legte der Warenhaus-, Versand- und Touristik-Konzern in den ersten neun Monaten überdurchschnittlich zu, wie aus dem Quartalsbericht hervorgeht. Wichtiger aber noch: Das Konzernergebnis vor Ertragssteuern (EBT) konnte in den ersten drei Quartalen um 61 Prozent auf minus 138,9 Millionen Mark erhöht werden. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte der Konzern noch ein EBT von minus 356,9 Millionen Mark ausgewiesen. Dass das Ergebnis vor Steuern nach drei Quartalen immer noch rot ist, hängt mit der Sortimentsstruktur des Warenhausgeschäfts, das bei Karstadt-Quelle knapp 40 Prozent des Umsatzes ausmacht, zusammen. Die Warenhäuser erzielen einen großen Teil ihres Ertrages im Weihnachtsgeschäft, so dass das Ergebnis erst zum Jahresende ins Plus dreht.

Beim Blick auf die Entwicklung des Gesamtjahres gibt sich der Vorstand zuversichtlich: Wenn sich die Konsumneigung nicht signifikant abschwäche, werde der Konzern sein Ergebnis vor Steuern um über 15 Prozent erhöhen, heißt es. 1999 hatte die Karstadt-Quelle AG ein Vorsteuerergebnis von 441 Millionen Mark erzielt.

Die Börse reagierte wenig euphorisch auf den Quartalsbericht. Die Karstadt-Quelle-Aktie gab im Tagesverlauf in Frankfurt auf 36,90 Euro nach, schloss dann bei xx Euro (minus xx Prozent). Die Zahlen seien keine Überraschung für den Markt gewesen, sagte Jadwiga Bobrowska, Analystin der WestLB. Der Umsatz sei bereits im Oktober bekanntgegeben worden. Und dass der Verlust deutlich geringer als 1999 ausfallen werde, sei auch erwartet worden. Denn: Karstadt-Quelle habe im September 1999 ein sehr schlechtes Geschäft verzeichnet und deshalb eine Gewinnwarnung herausgegeben. Auf der Grundlage der schwachen Vorgaben des Vorjahres hätte das Ergebnis zwangsläufig besser ausfallen müssen.

Für Marcus Reck, Analyst der Hypo-Vereinsbank, ist entscheidend, dass der Ausblick des Vorstands auf das Gesamtjahresergebnis unverändert geblieben ist. Die Prognosen - plus 15 Prozent beim EBT - seien sehr konservativ, sagt er. Allerdings: Da der Oktober für den Einzelhandel eher schwach und das Weihnachtsgeschäft 1999 sehr gut verlaufen sei - die Vorgabe also recht hoch war - sei es verständlich, dass der Karstadt-Quelle-Vorstand bei seiner Vorausschau Vorsicht walten lasse.

Die Verbesserung des Vorsteuerergebnisses um insgesamt 218 Millionen Mark wird laut Quartalsbericht von allen Vertriebsbereichen getragen. So erzielte der Versandbereich - gemessen an den ersten drei Quartalen 1999 - eine Ergebnisverbesserung von 118,5 Millionen Mark auf 70,3 Millionen Mark. Der stationäre Einzelhandel steigerte sein EBT um 96,4 Millionen Mark auf minus 223 Millionen Mark. Der Umsatz wuchs um 3,9 Prozent auf 10,22 Milliarden Mark. Hauptumsatzträger in diesem Segment sind die Warenhäuser, die vor allem von der Einführung des vor Jahren konzipierten Themenhauses profitierten. In den 61 umgestalteten Häusern stiegen Umsatz und Handelsspanne je Quadratmeter doppelt so stark wie in den nicht umgestellten Häusern.

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