Wirtschaft : Karstadt-Quelle: Enttäuschung

Margarita Chiari

Es wird eng für Karstadt-Quelle. Noch Mitte Oktober hatte Wolfgang Urban, der neue Chef an der Spitze von Deutschlands größtem Warenhauskonzern, Großes angekündigt. Bis zum Jahr 2003 werde der Konzern das Ergebnis nahezu verdreifachen, die Rendite sogar vervierfachen und den Umsatz um 25 Prozent steigern, versprach er. Doch davon ist vorerst wenig zu spüren. Die Umsatzzuwächse der ersten neun Monate hat Karstadt im vierten Quartal wieder weitgehend eingebüßt. Über das Ergebnis hüllt sich der Konzern noch in Schweigen.

Behalten die Analysten doch Recht, die die ehrgeizigen Pläne des Konzernchefs im Oktober mit großer Skepsis aufgenommen hatten? "Zu vage, zu schwammig", war Urban vorgeworfen worden. In der Tat sind den Ankündigungen noch wenig Taten gefolgt. Die Kosten wollte Urban straffen, in der Verwaltung, in der Logistik, aber auch in den Warenhäusern. Bis zu 7000 Stellen sollten gestrichen, kleinere Warenhäuser geschlossen werden. Ein Konzept aber liegt bis heute nicht vor, und die mageren Umsatzergebnisse lassen kaum auf positive Korrekturen hoffen. Denn auch bei der Erschließung neuer Umsatzquellen vor allem im Multimedia-Bereich ist Karstadt noch nicht viel weiter gekommen. Das sorgt für Unruhe nicht nur bei Mitarbeitern und Gewerkschaftsvertretern, auch im Kreis der Aktionäre macht sich Unmut breit. Der Aktienkurs rutschte gestern deutlich ab. Wolfgang Urban muss sich sputen. Seinem Vorgänger Walter Deuss hat es schließlich den Posten gekostet, dass er ehrgeizige Ankündigungen mehrfach zurücknehmen musste.

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