Wirtschaft : Karstadt-Quelle kooperiert mit Versicherer

vwd

Die Karstadt-Quelle AG, Essen, und die Ergo Versicherungsgruppe AG, Düsseldorf, wollen im Bereich Finanzdienstleistungen kooperieren. Dabei setze man auf den Zugang zu den 19 Millionen aktiven Kunden des Warenhauskonzerns, sagte Ergo-Vorstandsvorsitzender Lothar Meyer am Donnerstag in Neuss. Den Karstadt-Quelle-Kunden will die am Vortag als Joint Venture gegründete Karstadt-Quelle Financial Services GmbH (KQFS) eine breite Palette an Finanzdienstleistungen anbieten. An dem Gemeinschaftsunternehmen sind Ergo und Karstadt-Quelle zu jeweils 50 Prozent beteiligt.

Der Vorstandsvorsitzende von KarstadtQuelle, Wolfgang Urban, bezeichnete Ergo als idealen Partner für die vor knapp einem Jahr angekündigte Expansion im Geschäftsbereich Finanzdienstleistungen. Die Suche nach einem Partner sei mit der Gründung der KQFS abgeschlossen. Über den Preis, den Ergo für die im Zuge der Vereinbarung übernommene Quelle Versicherungen Holding Beteiligungs GmbH, Fürth, gezahlt hat, hätten die beiden Partner Stillschweigen vereinbart, sagte Meyer. Es seien aber deutlich weniger als die in der "Financial Times" genannten 250 Millionen Euro gewesen.

Die Finanzierungslast liegt stärker bei Ergo. Die Versicherung bringt nach Meyers Darstellung nur 45 Prozent der Quelle Versicherungen in das Joint Venture ein, da die restlichen 55 Prozent in der Bilanz konsolidiert werden sollen. Der Warenhauskonzern bringt die Karstadt-Quelle Bank ein. Vorstandsvorsitzender Urban sprach zudem von einem wichtigen Signal für die Finanzdienstleistungsbranche. Er verfolge das Ziel, den Kunden umfassend zu versorgen und verwies darauf, dass man sich bei dem Projekt an einer ähnlichen Zusammenarbeit der britischen Handelskette Tesco und der Royal Bank of Scotland orientiert habe.

Verdienen werde Karstadt-Quelle an der Ausschüttung der KQFS sowie durch die Gewinnung neuer Kunden, führte Urban aus. Für ihn sei die Kommunikation mit neuen Kunden ein "Mehrwert", der sich auch auf dem Kassenbon niederschlagen soll - rund 17 Euro im Durchschnitt seien zu wenig. Auf der anderen Seite profitiert Ergo laut Meyer vor allem von den Vertriebskanälen des Warenhauskonzerns.

Das Joint Venture, das noch in diesem Jahr in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werde, solle im Jahr 2004 einen positiven Ergebnisbeitrag liefern, sagte Peter Gerard, Karstadt-Quelle-Vorstand für Neue Medien. Im gleichen Jahr solle das mit einem Eigenkapital von 150 Millionen bis 200 Millionen Euro ausgestattete Unternehmen einen positiven Cash-Flow bringen. Für 2006 wurden ein Ergebnisbeitrag nach Steuern von rund 60 Millionen Euro sowie 240 Millionen Euro Nettozins- und Provisionseinkünfte in Aussicht gestellt. Operativ tätig werden soll die KQFS im zweiten Quartal 2002 mit zunächst 250 Beschäftigten.

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