Wirtschaft : Karstadt-Quelle profitiert von besserer Konsumlaune

Umsatz der Warenhäuser und Fachgeschäfte steigt wieder / Flaute bei Tourismus-Tochter Thomas Cook belastet

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Berlin/Düsseldorf (msh/cs/HB). Der Handelskonzern KarstadtQuelle hat im zweiten Quartal eine Belebung des Konsums gespürt. Der Umsatz stieg von April bis Kuni um 1,2 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Umsatzanstieg sei vor allem auf das gute Geschäft der Warenhäuser und Fachgeschäfte zurückzuführen, teilte das Unternehmen mit. Seine Verluste konnte Karstadt-Quelle im zweiten Quartal ebenfalls deutlich reduzieren. Belastet wird die Bilanz des Konzerns vom Reiseveranstalter Thomas Cook, der zu gleichen Teilen mit der Lufthansa geführt wird.

Karstadt-Quelle folgt mit seinen guten Quartalsergebnis und einem optimistischen Ausblick dem Konkurrenten Metro, der in der vergangen Woche ebenfalls gute Zahlen vorgelegt hatte. Zusammen mit verbesserten Indikatoren wie dem Konsumklimaindex der Gesellschaft für Konsumforschung bestätigen die Zahlen von Karstadt-Quelle den positiven Trend im Einzelhandel: Der Käuferstreik, der noch im ersten Quartal angehalten hatte, scheint vorbei zu sein.

Allerdings profitierte Karstadt-Quelle von einigen Sonderfaktoren. Der Umsatzanstieg bei den Warenhäusern (Karstadt) und Fachgeschäften (Sinn Leffers, Runners Point, Wom) im zweiten Quartal ist unter anderem auf ein gutes Ostergeschäft zurückzuführen. Normalerweise liegt der Termin früher und die Umsätze werden im ersten Quartal verbucht. In den ersten drei Monaten 2003 machte Karstadt-Quelle deshalb 1,1 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr. Im Versandhandel mit den Hauptmarken Quelle und Neckermann stagnierte der Umsatz bei 1,97 Milliarden Euro. Allerdings sei das Geschäft im vergangenen Jahr wegen der Aktionen zum hundertjährigen Jubiläum von Quelle außergewöhnlich gut gelaufen.

Der saisonbedingt übliche Verlust vor Steuern und Abschreibungen im zweiten Quartal schrumpfte im Konzern deutlich auf 62 Millionen Euro (Vorjahr: 212 Millionen). Analysten hatten im Schnitt mit einem Minus von 76 Millionen Euro gerechnet. Ausschlaggebend für das bessere Ergebnis sei das 2002 gestartete Pensionsfonds-Programm zur Neuordnung der Altersversorgung gewesen, erklärte Karstadt-Quelle. Im Dezember hatte der Konzern einen Fonds gegründet und zur Deckung der Pensionsverpflichtungen zunächst 300 Millionen Euro auf den Fonds übertragen. Dadurch konnten die Pensionsrückstellungen von 2,6 auf 2,1 Milliarden Euro reduziert werden. Bereinigt um diesen Effekte aus der Neugestaltung der Altersversorgung verbesserte sich der Gewinn vor Steuern nur um vier Millionen Euro.

Der Touristikkonzern Thomas Cook, an dem Karstadt-Quelle neben Lufthansa zur Hälfte beteiligt ist, weist nach Unternehmensangaben für den Zeitraum November 2002 bis April 2003 einen um 23,4 Millionen Euro höheren anteiligen Fehlbetrag in Höhe von 196 Millionen Euro auf. Der Touristikbereich habe im zweiten Quartal als Folge des Irak-Kriegs und der Lungenkrankheit Sars unter einem „Nachfrageeinbruch“ gelitten. Seit dem Ende des Irak-Krieges zeige sich aber eine „deutlich positive Trendwende“.

Karstadt-Quelle-Chef Wolfgang Urban bleibt bei seinem Ausblick vorsichtig optimistisch. Im dritten Quartal werde sich das verbesserte Umfeld noch nicht sehr positiv auf den Konsum auswirken. Die Handelsverbände fürchten, dass die Verbaucher vor allem wegen der großen Hitze die Geschäfte meiden könnten. Im vierten Quartal könnte die Nachfrage im innerstädtischen Handel aber „wesentliche Impulse“ erhalten, sagte Urban. Für das Gesamtjahr 2003 bekräftigte er seine Ergebnisprognose. Der Gewinn vor Steuern soll 250 Millionen Euro erreichen, nach 238 Millionen Euro im Vorjahr.

Die Aktie von Karstadt-Quelle legte am Donnerstag gegen den Trend um 2,5 Prozent auf 20,91 Euro zu.

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