Wirtschaft : Karstadt-Quelle sucht einen neuen Namen

Einzelhandelskonzern startet schwach ins neue Jahr

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Berlin/Düsseldorf – Karstadt-Quelle ist auf der Suche nach einem neuen Namen, um so dem Tourismusgeschäft eine größere Bedeutung zu geben. „Wir überlegen zurzeit, ob wir der Holding einen Namen geben, der sich abkoppelt von seinen Marken“, sagte Konzernchef Thomas Middelhoff bei der Hauptversammlung am Montag in Düsseldorf. Die Überlegungen würden möglicherweise noch in diesem Jahr abgeschlossen. Eine Agentur sei mit der Namenssuche beauftragt worden. An den Markennamen Karstadt, Quelle, Neckermann und Thomas Cook soll sich aber nichts ändern.

Mit dem neuen Namen will der Vorstand dem Umstand Rechnung tragen, dass mit der Beteiligung an Thomas Cook auch Touristik zum Kerngeschäft gehöre. Middelhoff bekräftigte das Interesse, den Anteil an Thomas Cook von derzeit 50 Prozent zu erhöhen. Man wolle aber Lufthansa, die ebenfalls 50 Prozent hält, nicht drängen, sagte er.

Der Einzelhandelskonzern, der im ersten Quartal einen Umsatzrückgang verbuchte, musste sich auf der Hauptversammlung gegen heftige Kritik der Aktionärsschützer zur Wehr setzen. Sie kritisierten, dass Karstadt-Quelle beim milliardenschweren Verkauf seiner Immobilien nicht die Zustimmung der Aktionäre eingeholt hatte. Vor wenigen Wochen hatte das Unternehmen seine Warenhausimmobilien für 4,5 Milliarden Euro an den britischen Immobilienfonds Whitehall verkauft. Weitere 600 Millionen Euro sollen durch den Verkauf weiterer Immobilien erlöst werden. Damit will der Konzern sich noch in diesem Jahr vollständig entschulden.

Middelhoff verteidigte das Vorgehen. Mit dem Erlös von insgesamt 5,1 Milliarden Euro habe das Unternehmen den maximalen Wert erzielt und den Eigenkapitalanteil auf 20 Prozent erhöht, sagte er. Zudem seien die Immobilien in den Büchern nur mit 1,3 Milliarden Euro bewertet worden. Bei einer Bilanzsumme von acht Milliarden Euro habe keine Notwendigkeit zur Befragung der Aktionäre bestanden.

Im ersten Quartal hat Karstadt-Quelle weniger umgesetzt als noch vor einem Jahr. Wegen des kalten März-Wetters, der Umsatzrückgänge bei Thomas Cook und im Versandhandel sowie des verspäteten Ostergeschäfts seien die Erlöse um 3,9 Prozent auf 3,27 Milliarden Euro gesunken, teilte das Unternehmen mit. Das um Restrukturierungsaufwendungen bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verringerte sich von 5,5 Millionen Euro auf minus 24 Millionen Euro. Tsp

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