Wirtschaft : Karstadt streicht 4000 Stellen Aufgabe von Häusern nicht ausgeschlossen

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Berlin Die Karstadt-Warenhäuser streichen als Reaktion auf das flaue Geschäft bis zu 4000 Arbeitsplätze. Das entspricht rund zehn Prozent der Belegschaft. Entlassungen würden sich dabei nicht vermeiden lassen, sagte ein Karstadt-Sprecher. So weit wie möglich würden die Kürzungen sozialverträglich verlaufen. Insgesamt sollen 145 Millionen Euro eingespart werden. Geplant sei, den Stellenabbau in den 212 Waren- und Sporthäusern bis zum Jahr 2006 abzuschließen. Welche Standorte konkret betroffen sind, sei derzeit noch nicht abzusehen.

Der Karstadt-Quelle-Konzern war nach einem bereits schwachen Geschäftsjahr 2003 schlecht in das neue Jahr gestartet. Im ersten Quartal rutschte das Unternehmen tief in die Verlustzone mit einem operativen Minus von 171 Millionen Euro. Unter dem Strich vervierfachte sich der Verlust des Handelskonzerns bei 3,5 Milliarden Euro Umsatz auf 110 Millionen Euro. Karstadt macht die Konsumflaute und die Billigkonkurrenz der Discounter, Textilketten und Elektronikmärkte zu schaffen.

Eine Analyse der Strukturen habe ein Einsparpotenzial in der Verwaltung von 95 Millionen Euro und im Verkauf von 50 Millionen Euro ergeben, teilte die Karstadt Warenhaus AG am Sonnabend mit. Demnach könnten rund zwei Drittel der Stellenstreichungen auf die Verwaltung und der Rest auf das Verkaufspersonal in den Filialen entfallen. Ziel sei es, die Attraktivität und Produktivität der Warenhäuser zu steigern. Bei Karstadt liegt der Umsatz pro Mitarbeiter deutlich unter dem der wichtigsten Wettbewerber. Um die Qualität des Angebots zu steigern, will Karstadt künftig mehr Flächen an Fremdfirmen vermieten. Gleichzeitig werden die Sortimente neu geordnet. Die Flächen für Verlustbringer wie Elektronik werden reduziert, andere Bereiche wie Wohnaccessoires ausgebaut.

Ein Sprecher von Karstadt schloss nicht aus, dass auch künftig einzelne, besonders verlustreiche Kaufhäuser aufgegeben werden. Schließungen im großen Stil im Zuge des Stellenabbaus werde es aber nicht geben. „Das löst nicht das Problem“, sagte der Sprecher. Schließungen seien teuer und die Immobilien ließen sich anschließend nur schwer verwerten. Der Konzern brauche vielmehr eine neue Strategie. Daran arbeite derzeit der neue Vorstandschef Christoph Achenbach. Dabei sollen alle Verlustbringer auf den Prüfstand gestellt werden. Vermutlich wird Achenbach seine Pläne bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen im August präsentieren. msh

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