Wirtschaft : Karstadt will KaDeWe bis 22 Uhr öffnen Längere Öffnungszeiten spätestens ab Januar

Maren Peters

Berlin - Der Einzelhändler Karstadt- Quelle will die Läden in großen Städten wie Berlin am liebsten schon zum Weihnachtsgeschäft, spätestens aber vom 1. Januar 2007 an bis 22 Uhr öffnen. „Wenn die rot-rote-Koalition mitmacht, machen wir in Berlin an den vier Wochen vor Weihnachten Freitags und Samstags bis 22 Uhr auf“, sagte Karstadt-Quelle- Sprecher Jörg Howe dem Tagesspiegel am Mittwoch. Geplant sei das etwa für das KaDeWe, Wertheim und die Karstadt-Filiale am Hermannplatz.

Als Folge der Föderalismusreform können die Bundesländer selbst bestimmen, wann die Läden geöffnet sein dürfen. Die meisten Länder wollen die Ladenschlusszeiten zum 1. Januar 2007 lockern. Darüber müssen die Parlamente in den kommenden Wochen entscheiden.

Nach Angaben aus der zuständigen Berliner Gesundheitsverwaltung ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass die Regeln in der Stadt rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft gelockert werden. „Zum 1. Dezember wird das nichts mehr, eher zum 1. Januar“, sagte Senatssprecherin Roswitha Steinbrenner. Der Entwurf des neuen Gesetzes müsse erst noch durchs Parlament. Auch der Berlin-Brandenburger Einzelhandelsverband rechnet nach Angaben seines Vize-Geschäftsführers Günter Päts zum Weihnachtsgeschäft nicht mehr damit. Päts zeigte dafür aber Verständnis. „Wir hätten nichts von einem Gesetz, das mit heißer Nadel gestrickt ist.“ Er geht davon aus, dass auch viele kleinere Fachhändler der Region nach der Liberalisierung die neuen Spielräume nutzen und „spezifische Öffnungszeiten“ finden werden.

Auch der Karstadt- Konzern will die neuen Freiheiten zunächst testen. Neben Berlin sei das in den Innenstädten von Hamburg, Köln, Frankfurt und München vorgesehen, sagte Konzern-Sprecher Howe. Falls sich die bis 22 Uhr erweiterten Öffnungszeiten nicht lohnen, sollen die Läden aber wie bisher wieder um 20 Uhr geschlossen werden.

Ähnliche Überlegungen gibt es beim Konkurrenten Metro, zu dem unter anderem Kaufhof , Real und Mediamarkt/Saturn gehören. „Wir werden erstmal die jeweiligen Länderregelungen abwarten und dann für jeden einzelnen Standort prüfen“, sagte Sprecher Albrecht von Truchseß. Außerdem komme es darauf an, wie flexibel das Personal eingesetzt werden könne. Schließlich müsse sich die Ausweitung der Öffnungszeiten auch rechnen.

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