Karstadtübernahme : Über die Mieten wird noch verhandelt

Der Investor Nicolas Berggruen hat Karstdt übernommen. Doch die Zukunft der Wahrenhäuser ist noch nicht gesichert. Berggruen fordert eine Senkung der Mieten - von seinem Mitbewerber im Bieterwettbewerb.

David C. Lerch
Gewinner. Neun von elf Gläubigern stimmten für Nicolas Berggruen.
Gewinner. Neun von elf Gläubigern stimmten für Nicolas Berggruen.Foto: ddp

Düsseldorf - Auch nach dem Zuschlag für den Investor Nicolas Berggruen ist die Zukunft von Karstadt noch nicht gesichert, denn eine Einigung über die künftigen Mietkosten steht noch aus. Dabei ist Berggruen pikanterweise auf einen seiner unterlegenen Konkurrenten angewiesen: das Vermieterkonsortium Highstreet um die Investmentbank Goldman Sachs, dem rund zwei Drittel der 120 Warenhäuser gehören.

Bei den stundenlangen Verhandlungen der Karstadt-Gläubiger am Montag hatte sich Highstreet nicht auf die von Berggruen geforderten Mietsenkungen eingelassen. Um dennoch eine Einigung zu erzielen, klammerte Insolvenzverwalter Klaus-Hubert Görg diese Frage aus. Auch im Kaufvertrag, den Berggruen und Görg am Dienstag unterschrieben, wurde die Miethöhe nicht geregelt.

Ein Sprecher von Highstreet erneuerte am Dienstag das bereits bekannte Angebot der Vermieter: „Highstreet ist bereit zu weiteren Mietsenkungen von 230 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren, zusätzlich zu dem bereits im Insolvenzplan zugesagten Sanierungsbeitrag von 160 Millionen Euro über drei Jahre.“ Für den Fall, dass Berggruen diese Offerte erneut ausschlage, warnte Highstreet vor einer Zerschlagung der Warenhauskette. „Dann steigt die Wahrscheinlichkeit einer Liquidation von Karstadt erheblich“, betonte der Sprecher. Eine Einigung mit Highstreet sei notwendig, um Karstadt zu retten.

Im Lager von Nicolas Berggruen gibt man sich zuversichtlich, dass nach der Mehrheit der Gläubiger auch die Vermieter überzeugt werden können. „In den nächsten Tagen werden neue Gespräche stattfinden, bei denen wir hoffentlich zu einer Einigung kommen werden“, sagte ein Sprecher dem Tagesspiegel. Unter Zugzwang sieht sich Berggruen dabei nicht. „Die Gespräche werden zeitlich offen geführt“, erklärte sein Sprecher.

Bis zum Spätsommer, so betonte Insolvenzverwalter Görg am Montagabend, soll der Vertrag mit Berggruen in Kraft treten.

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