Wirtschaft : Kartellamt bestraft Papierhändler mit Millionenbuße Zwölf Firmen müssen 58 Millionen Euro zahlen

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(dpa). Das Bundeskartellamt hat gegen zwölf deutsche Papiergroßhändler wegen verbotener Preisabsprachen Bußgelder in Höhe von insgesamt 57,6 Millionen Euro verhängt. Die Behörde habe insgesamt zehn regionale Kartelle aufgedeckt, sagte Kartellamtspräsident Ulf Böge am Dienstag in Bonn. Er sprach von „konspirativen Tätigkeiten“ und nannte es „erschreckend, wie gering das Unrechtsbewusstsein bei den meisten betroffenen Unternehmen ausgeprägt ist“. Durch die Absprachen seien nicht nur die Druckereien als unmittelbare Abnehmer, sondern auch deren Kunden sowie die Endverbraucher geschädigt worden, sagte Böge. Das von den Absprachen betroffene Umsatzvolumen habe insgesamt rund eine Milliarde Euro betragen.

Laut Böge war für den Erfolg der Ermittlungen wesentlich, dass nach Razzien im April 2000 eine Reihe kleinerer Firmen mit dem Kartellamt kooperierten und Einzelpersonen Geständnisse ablegten. Damit profitieren sie beim Bußgeld von einer Bonusregelung der Behörde für das Aufdecken von Kartellen. Abgesprochen wurden die Preise von Bilderdruck, Offset- und Durchschreibepapieren. Die Absprachen hätten auf Vereinbarungen basiert, die bei regelmäßigen Zusammenkünften angepasst worden seien, erläuterte Böge. Nach den Feststellungen des Kartellamtes waren folgende Unternehmen an den Absprachen beteiligt: G. Schneider&Söhne, Ettlingen, Papier Union, Hamburg, Classen Papier, Essen, Deutsche Papier Vertrieb, Augsburg, Freytag&Petersen, Köln, E. Michaelis, Reinbek, Vereinigte Papier Papiergroßhandlungen, Hemmingen, Drissler&Co. Papiergroßhandel, Frankfurt (Main), Hansa-Papier, Bremen und Igepa Papiergroßhandel, Queis.

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