Kartellamt : Durchsuchungen bei Pharmakonzern Bayer

Hat Bayer die Preise für Aspirin und andere Arzneien in Apotheken künstlich hochgehalten? Das Bundeskartellamt ging dem Verdacht nach und durchsuchte zwei Standorte der Bayer Vital GmbH in Leverkusen und Köln. Dem Konzern drohen nun Bußgelder.

Bayer
Aspirin. Gab es Preisabsprachen mit den Apotheken? -Foto: ddp

BonnDie Wettbewerbsbehörde stellte bei Bayer Dokumente sicher, um herauszufinden, ob die für den Vertrieb rezeptfreier Bayer-Arzneimittel zuständige Konzerntochter Einfluss auf die Preise seiner Produkte in Apotheken genommen hat, teilte das Amt mit. Dies sei verboten. Bayer drohen nun Bußgelder.

Einem bereits am Mittwoch bekannt gewordenen Bericht des Magazins "Stern" zufolge hat das Unternehmen Apotheken bis zu drei Prozent Rabatt gewährt, wenn sie Aspirin und andere Produkte nicht dauerhaft unter der unverbindlichen Preisempfehlung anboten.

Die Recherchen des Magazins hatten sich auf interne Dokumente von Bayer Vital bezogen. Ein Manager hatte Ende vergangenen Jahres in einer E-Mail an rund 70 Apotheken-Außendienstler Niedrigpreisaktionen kritisiert. Dauerniedrigpreise oder Aktionen mit Zeiträumen, die vier Wochen überschreiten, seien "nicht verantwortbar". Apotheker könnten den besonderen Rabatt nur dann bekommen, wenn sie diese "Spielregeln" einhielten.

Ein Bayer-Sprecher hatte am Mittwoch bestätigt, dass es diese E-Mail gebe. Sie sei jedoch unvollständig zitiert, denn in ihr werde auch betont, dass letzten Endes der Apotheker über den Preis zu entscheiden habe. (mit dpa)

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