Wirtschaft : Kartellamt ermittelt gegen Rewe wegen Verdacht auf Preisdumping

BERLIN . Wegen des Verdachts auf Dumping-Preise leitet das Bundeskartellamt ein Vorverfahren gegen die größte deutsche Lebensmittel-Gruppe Rewe ein. Zusätzlich zu den bisher vorliegenden Beschwerden von zwei Mittelständlern aus Niedersachsen habe es aber keine Klagen gegeben, teilte ein Kartellamts-Sprecher am Montag in Berlin mit. Rewe werde zur Stellungnahme aufgefordert, dann müsse man sehen, ob sich ein hinreichender Verdacht zur Einleitung eines Missbrauchsverfahrens ergebe. Inzwischen hat auch Eurospar mit Niedrigpreisen nachgezogen.Auslöser ist eine "Dauertiefpreis-Aktion", die Rewe ausgerufen hatte. Seit Anfang Juli werden rund 50 Artikel wie Waschpulver, Süßwaren und Sekt angeboten, die 20 bis 30 Prozent reduziert worden sind. Die Aktion läuft bis zum 25. September in den zur Rewe-Gruppe gehörenden Filialmärkten wie Penny, toom und MiniMal. Nach Rewe senken auch die 440 Eurospar-Supermärkte die Preise für rund 1000 Produkte "auf Discountniveau". Die Spar-Handels-AG hatte zuvor schon Preise gesenkt.Für ein Missbrauchsverfahren des Kartellamtes müssen allerdings mehrere Kriterien erfüllt sein. So muss das Unternehmen eine überlegene Marktmacht haben und dauerhaft unter Einstandspreis verkaufen, ohne dass dies sachlich gerechtfertigt sei. Die Kölner Gruppe argumentierte, dass sie von der Konkurrenz zu einem radikalen Preisschnitt gezwungen worden sei. Wettbewerber hätten sich nicht an das Verbot von Verkäufen unter Einstandspreis gehalten. Umsatzrückgänge in Super- und Verbrauchermärkten seien die Folge gewesen. Das Unternehmen begrüßte die Intervention des Kartellamtes: Selbst wenn die Behörde feststellen sollte, dass bei Rewe rechtlich unzulässige Preise vorkämen, könne das für die Zukunft dienlich sein, da eine klare Linie vorgegeben werde, an die sich alle Wettbewerber halten müssten.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben