Wirtschaft : Kartellamt kritisch zu Kirch-Mehrheit bei Sat.1

Prüffrist bis Ende Juli verlängert FRANKFURT/BERLIN (rtr).Das Bundeskartellamt hält es für wahrscheinlich, daß die Kirch-Gruppe den Fernsehsender Sat.1 nicht mehrheitlich übernehmen darf.Es könne sehr gut sein, daß die Behörde Kirch die geplante Aufstockung der Anteile untersage, sagte Kartellamtschef Dieter Wolf am Montag abend in Frankfurt.Ein Sprecher der Wettbewerbsaufsicht fügte am Dienstag hinzu, das Kartellamt verlängere die Prüffrist bis Ende Juli.Das Vorhaben werde im Zusammenhang mit der ebenfalls geplanten Allianz der Medienkonzerne Kirch und Bertelsmann beim digital verbreiteten Abonnement-Fernsehen beurteilt. Die Münchner Kirch-Gruppe hatte im November 1997 angekündigt, sie wolle das 15-Prozent-Paket übernehmen, das die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck an Sat.1 hält.Damit würde sich der Anteil von Kirch auf 58 Prozent erhöhen.Der Axel Springer Verlag ist mit 40 Prozent am zweitgrößten deutschen Privatsender beteiligt.Je ein Prozent gehören den Verlagen Ravensburger und Neue Medien Ulm.Am Springer-Verlag hält die Kirch-Gruppe wiederum 40 Prozent.Der Springer-Verlag hatte im November erklärt, noch seien die endgültigen Besitzverhältnisse bei Sat.1 nicht festgelegt.Auch Springer sei bereit, seine Beteiligung aufzustocken. Bei der Prüfung werde der Fernseh-Werbemarkt betrachtet, erklärte Kartellamtssprecher Markus Lange.Dabei sei wichtig, daß RTL, Sat.1 und ProSieben zusammen gut 70 Prozent dieses Marktes abdeckten.Wenn Kirch bei Sat.1 die Mehrheit erwerbe, werde der Wettbewerb weiter geschwächt.Bei der Prüfung wolle die Berliner Behörde eng mit der europäischen Wettbewerbsbehörde zusammenarbeiten.Die im Werbefernsehen konkurrierenden Konzerne Kirch und Bertelsmann wollen gemeinsam das Digitalfernsehen in Deutschland aufbauen.Dies wird zur Zeit von der Europäischen Kommission in Brüssel geprüft.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar