Wirtschaft : Kartellamt will Fall Holzmann bearbeiten

Rückverlagerung von EU gefordert

BERLIN (vwd).Das Bundeskartellamt hat dem Bundeswirtschaftsminister vorgeschlagen, bei der EU-Kommission in Brüssel die Verweisung des Fusionskontrollfalls Holzmann/Hochtief/Deutsche Bank in die deutsche Fusionskontrolle zu beantragen, da sich der Schwerpunkt des Zusammenschlußvorhabens in Deutschland befinde.Dies betätigte ein Sprecher des Amtes am Freitag.In der langwierigen Auseinandersetzung über die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung der Hochtief AG, Essen, an der Philipp Holzmann AG, Frankfurt, die vom Bundeskartellamt untersagt worden war, hatten Hochtief und die Deutsche Bank im März angekündigt, ihre Holzmann-Beteiligungen zu poolen, womit sie über die Mehrheit bei Holzmann verfügen würden.Mit dieser Konstruktion wurde die Kontrolle des Zusammenschlußvorhabens von der deutschen auf die europäische Wettbewerbsbehörde gehoben. Dagegen hatte der Präsident des Bundeskartellamts, Dieter Wolf, "schwerwiegende wettbewerbsrechtliche Bedenken" geäußert.Wie der Sprecher das Amtes am Freitag weiter erklärte, drohe der geplante Zusammenschluß im Sinne von Art.9 Abs.2 der EU-Fusonskontroll-VO eine beherrschende Stellung zu begründen, durch die wirksamer Wettbewerb auf dem deutschen Markt für Großbauaufträge ab einem Auftragsvolumen von 50 Mill.DM erheblich behindert würde.Wolf hatte im März erklärt, die gesellschaftsrechtliche Ausgestaltung des Vorhabens erfülle zwar formal die Voraussetzungen für die Brüsseler Zuständigkeit, Gefahren für den Wettbewerb ergäben sich aber vor allem auf dem deutschen Markt.

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