Kartellbeschwerden : Unternehmen fühlen sich von Google benachteiligt

Unternehmen und Verbände werfen Google vor, eigene Dienste in der Ergebnisliste seiner Suche zu bevorzugen. In einem Fall soll der Internetkonzern einem Wettbewerber konkret gedroht haben.

Google-Schriftzug am Firmensitz in Mountain View, Kalifornien.
Google-Schriftzug am Firmensitz in Mountain View, Kalifornien.Foto: AFP

Das Bundeskartellamt prüft mehrere Beschwerden gegen den Internetkonzern Google. Darunter sind Eingaben des Verbraucherportals Ciao.de, des Stadtplandienstes Euro-Cities und des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), wie eine Sprecherin der Behörde am Montag sagte.

Die "Wirtschaftswoche" hatte zuvor berichtet, es gehe unter anderem um den Vorwurf, Google bevorzuge die eigenen Dienste in seiner Suchmaschine. Demnach beziehen sich die Beschwerden unter anderem auf Google Maps - wie Euro-Cities ein Kartendienst - und die Preisvergleichsseite Google Shopping. Ein weiterer Vorwurf laute, dass Google jene Anbieter in den Suchergebnissen weit platziere, die Kunden der konzerneigenen Werbeplattform AdSense seien.

Für die Beschwerden sei inhaltlich zum Teil die EU-Kommission zuständig, erklärte Kartellamtssprecherin Jana Zacharias. Im Fall von Ciao.de sei von der Bonner Behörde noch der Vorwurf zu prüfen, wonach Google Nachteile angedroht haben soll, falls das Verbraucherportal wettbewerbsrechtliche Schritte ergreifen sollte.

"Darüber hinaus gehen noch zahlreiche weitere Beschwerden ein, die aber häufig keine kartellrechtlichen Aspekte haben", sagte die Sprecherin. Dabei gehe es zum Teil um datenschutzrechtliche oder urheberrechtliche Fragen. (sf/dpa)

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