Wirtschaft : Kassen warnen vor steigenden Arzneikosten

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Berlin Zwischen Kassen und Ärzten ist ein Streit über die drastisch steigenden Arzneimittelkosten ausgebrochen. Nach einem ergebnislosen Gespräch am Mittwoch warfen die Spitzenverbände der Krankenkassen den Kassenärzten vor, ihre Verantwortung bei der Dämpfung des Ausgabenanstiegs nicht wahrzunehmen. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) sprach von einer „Bankrotterklärung“ der Kassenärzte. Die Verantwortung für Verordnungen liege ausschließlich in der Hand der Ärzte, sagte Schmidt. Daher sei es selbstverständlich, dass sie Mitverantwortung für die beunruhigende Kostenentwicklung im Arzneimittelbereich trügen.

Im ersten Halbjahr hatten die gesetzlichen Kassen für Pillen rund 20 Prozent mehr ausgegeben als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt waren es nach Angaben des Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände 11,1 Milliarden Euro. Davon entfielen 630 Millionen Euro auf Preiserhöhungen bei Arzneien und die Verschreibung teurerer Medikamente. Die Kassen warnten davor, dass die Ausgaben im Gesamtjahr auf bis zu vier Milliarden Euro ansteigen könnten, sollte sich der Trend im zweiten Halbjahr fortsetzen. „Dies kann an den Krankenkassenbeiträgen nicht spurlos vorbeigehen.“

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung wies den Vorwurf zurück. KBV-Vorstand Ulrich Weigeldt sagte, er werde nicht hinnehmen, dass die Ärzte den Schwarzen Peter zugewiesen bekämen. Die Kostensteigerung sei zu rund zwei Dritteln auf politische Effekte wie die Absenkung des Herstellerrabatts auf Arzneimittel zurückzuführen. pet

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