Wirtschaft : Kassenärzte gegen Bonusprogramm „Keine Raucherpolizei“

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Frankfurt (Main) (ddp). Die von mehreren Krankenkassen geplanten Beitragsrabatte für Gesundheitsbewusste werden möglicherweise bald gesetzlich abgesichert. Bundessozialministerin Ulla Schmidt (SPD) plant nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ eine entsprechende Gesetzesinitiative. Diese gehöre zu den Eckpunkten der Gesundheitsreform 2003, die Schmidt im Februar vorstellen will.

Unterdessen meldeten die Kassenärzte Bedenken gegen die bisher angedachte Ausgestaltung der Bonusprogramme an. Der Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Roland Stahl, sagte: „Ärzte sind keine Raucherpolizei für die Krankenkassen.“ Die Grundidee, gesundheitsbewusstes Verhalten zu belohnen, sei allerdings richtig. Laut „Focus“ will die BarmerErsatzkasse Mitgliedern einen Bonus von einem Prozentpunkt gewähren, die mit dem Rauchen aufhören, sich mehr bewegen oder gesünder ernähren, etwas gegen ihren Bluthochdruck unternehmen oder ihren Körperfettanteil unter 30 senken. Ihren Gesundheitsfortschritt müssten sich die Barmer-Mitglieder vom Hausarzt bestätigen lassen. Die Deutsche Angestellten Krankenkasse hatte ein ähnliches Modell angekündigt.

Derweil forderte Ex-Gesundheitsminister Horst Seehofer (CSU), den Arbeitgeber-Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung einzufrieren. „Bei der Reform des Gesundheitswesens können wir nicht alles über die Selbstbeteiligung regeln“, sagte Seehofer. Gerechter sei es, den Arbeitgeber-Anteil festzuschreiben und nur den Arbeitnehmeranteil wenn nötig zu verändern.

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