Wirtschaft : Katar sagt Einstieg bei Porsche zu Autobauer will dem Kauf durch VW entgehen

Stuttgart/München - Der Emir von Katar hat Porsche-Chef Wendelin Wiedeking nach Informationen des „Focus“ eine mündliche Zusage für einen Einstieg bei dem hochverschuldeten Sportwagenbauer gegeben. Wiedeking sei bereits mehrfach in den Golfstaat gereist und habe mit dem Scheich über ein Engagement des Staatsfonds Qatar Investment Authority (QIA) verhandelt, berichtet das Magazin. Noch sei allerdings kein Vertrag unterschrieben worden.

Ein Porsche-Sprecher wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. „Wir sagen nichts zu laufenden Gesprächen mit möglichen Investoren.“ Die Stuttgarter haben sich bei der geplanten VW-Übernahme massiv verhoben und sehen sich einem Schuldenberg von neun Milliarden Euro gegenüber. Seit Monaten sucht Porsche nach Geldgebern und verhandelt mit zahlreichen Banken über einen Kredit von insgesamt 12,5 Milliarden Euro. Nach der Zusage für 10,75 Milliarden Euro hat Porsche Ende vergangener Woche die noch fehlenden 1,75 Milliarden Euro bei der staatlichen KfW-Bank beantragt.

Verhandelt wird mit Katar demnach sowohl über einen Einstieg bei dem Sportwagenbauer als auch bei VW. Porsche besitzt 51 Prozent an VW und hält mithilfe der Banken Aktienoptionen über weitere 24 Prozent. Eine Möglichkeit wäre laut „Focus“, dass das Emirat diese Mitte Juni auslaufenden Optionen erwirbt und damit neben dem Land Niedersachsen ein weiterer Anteilseigner bei Europas größtem Autobauer wird. Laut „Focus“ favorisieren die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch das Modell. Porsche-Miteigner und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch sei dagegen. Alternativ könnte das Emirat bei der Porsche-Holding einsteigen, was komplizierter sei. Eine Entscheidung wird bis Mitte Juni erwartet.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff sagte, er habe keine Einwände gegen Katar. „Ich habe von Anfang an auch dieses Modell in Betracht gezogen“, sagte er. „Ein Investor würde Porsche deutlich entlasten und auch den Eigentümerfamilien helfen.“ dpa/AFP

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