Katholischer Verlag : Amtsgericht entmachtet Weltbild-Chef

Insolvenzverwalter Geiwitz hat jetzt das alleinige Sagen bei Weltbild. Geschäftsführer Halff soll darüber "nicht glücklich" sein - und fürchtet Stellenabbau.

Viele der Weltbild-Beschäftigten bangen um ihre Jobs.
Viele der Weltbild-Beschäftigten bangen um ihre Jobs.Foto: dpa

Der Kampf um das Überleben des Weltbild-Verlags geht in die entscheidende Phase. Bei dem angeschlagenen Augsburger Verlag hat jetzt nur noch der Insolvenzverwalter das Sagen. Arndt Geiwitz habe die alleinige Entscheidungsbefugnis über das Unternehmen, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Augsburg am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er bestätigte damit einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“.

In einem Eilbeschluss vom 15. Februar entzog das Amtsgericht dem bisherigen Weltbild-Geschäftsführer Carel Halff die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis über das Unternehmen und übertrug sie auf Geiwitz.
Bislang durfte der Insolvenzverwalter lediglich den Entscheidungen des Geschäftsführers zustimmen.

Der jetzige Beschluss komme einer „Entmachtung“ Halffs gleich, heißt es in dem Zeitungsbericht. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters wies dies zurück. Es gebe „keinerlei Zerwürfnis“ zwischen Geiwitz und Halff, sagt er dem epd.

Das Insolvenzverfahren sei jetzt in einer Phase, in der Geiwitz „Geschäfte abschließen müsse, die später zu Masseverbindlichkeiten werden“, erläuterte der Sprecher. Um das zu tun, brauche der Insolvenzverwalter die Verfügungsgewalt über das Vermögen. Deswegen habe Geiwitz einen entsprechenden Antrag beim Amtsgericht gestellt. Sogenannte Masseverbindlichkeiten müssen bei einer Insolvenz vor allen anderen Verbindlichkeiten aus dem Vermögen bedient werden.

Stellenabbau soll auch Standort Augsburg betreffen

Der bisherige Weltbild-Geschäftsführer Carel Halff ist seit 1975 bei dem Unternehmen, seit 2001 steht er der Geschäftsführung vor. Laut „Süddeutscher Zeitung“ ist Halff „nicht glücklich“ über das Konzept, mit dem Geiwitz derzeit um Investoren für Weltbild wirbt. Es sehe unter anderem einen „massiven Stellenabbau“ vor.

Geiwitz' Sprecher machte klar, dass Weltbild „restrukturiert werden muss, um profitabel zu werden“. Wo und in welchem Umfang gekürzt werden müsse, sei jedoch offen. Aus Unternehmenskreisen verlautete, die Sanierung werde nicht ohne Stellenabbau abgehen. Das betreffe auch den Standort Augsburg.

Weltbild gehört zwölf katholischen Bistümern, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der Soldatenseelsorge Berlin. Das Unternehmen beschäftigt 6800 Mitarbeiter, 2200 davon am Standort Augsburg. (epd)

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