Katzen, Hunde, Kaninchen : Das Milliardengeschäft

Rund vier Milliarden Euro geben die Deutschen im Jahr für ihre Haustiere aus, allein Katzenfutter macht 1,5 Milliarden Euro aus. Davon profitieren auch Online-Händler wie Zooplus. Das Geschäft brummt.

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Lieblingstier der Deutschen: In Deutschland gibt es 11,5 Millionen Katzen, aber nur 6,9 Millionen Hunde.
Lieblingstier der Deutschen: In Deutschland gibt es 11,5 Millionen Katzen, aber nur 6,9 Millionen Hunde.Foto: dpa

Wie wäre es mit einer Paté vom Wild mit Rosmarin und Walnussöl? Oder mit Calamares in Jogurt-Sauce? Ente mit Datteln und Feigen? Was wie die Speisekarte eines Spitzenrestaurants klingt, ist in Wirklichkeit das Katzenfutterregal eines beliebigen Drogeriemarktes.
Wenn es um ihre vierbeinigen Mitbewohner geht, lassen sich die Deutschen nicht lumpen. Um 29 Prozent sind die Einnahmen von Zooplus, nach eigenen Angaben Europas führender Händler für Heimtierprodukte, im ersten Halbjahr gestiegen – nicht zuletzt wegen des reißenden Absatzes von Hunde- und Katzenfutter. 257 Millionen Euro hat das Unternehmen, an dem Burda beteiligt ist, in den ersten sechs Monaten 2014 eingenommen, wie Zooplus am Dienstag mitteilte.
Mit Hunden, Katzen, Nagern, Vögeln, Fischen verdient die Heimtierindustrie Milliarden. Knapp vier Milliarden Euro haben Fach- und Lebensmittelhändler im vergangenen Jahr erlöst, mit Spielzeug, Käfigen, Näpfen – vor allem aber mit Futter. Knapp drei Milliarden Euro haben Tierbesitzer ausgegeben, um Fertignahrung für ihre Lieblinge zu kaufen, hat der Industrieverband Heimtierbedarf unlängst herausgefunden.
Besonders wählerische Fresser sind Katzen. Sie bescheren der Industrie die größten Umsätze. Für Katzenfutter haben Herrchen und Frauchen 2013 über 1,5 Milliarden Euro ausgegeben, 300 Millionen Euro mehr als für Hundefutter. Weit abgeschlagen auf Platz drei folgen mit einem Umsatz von gerade einmal 124 Millionen Kleinsäuger wie Meerschweinchen oder Kaninchen. Dass mit Katzen das meiste Geld zu verdienen ist, hat einfache Gründe. Die Katze ist das Lieblingstier der Deutschen. 11,5 Millionen leben in deutschen Haushalten, deutlich mehr als die 6,9 Millionen Hunde. Katzen werden als Familientiere gehalten – was übrigens nicht immer reibungslos funktioniert –, aber auch als Familienersatz bei Singles, die gern ein paar Euro mehr springen lassen, um ihre Gefährten zu verwöhnen. Übrigens ohne Not: Nach dem jüngsten Katzenfuttertest der Stiftung Warentest kann man sein Tier nämlich besser mit billigem „Kaufland“- oder „Lidl“-Futter ernähren als mit teuren Markenprodukten.

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