KAUFEN oder NICHT : Der mit der Wollmaus tanzt

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Foto: promo
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Ein flinker Putzteufel, der zu Hause die Drecksarbeit für einen erledigt und den Feudel schwingt, während man selbst Zeit für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens hat: Die Ankündigung auf Seite eins der Gebrauchsanweisung von „Scooba“ klingt prächtig. Um den Wischroboter in Ruhe zu testen, habe ich meine Zwei-Zimmer-Wohnung sieben Tage ihrem Schicksal überlassen und meinen Freund übers Wochenende fortgeschickt. Scooba und ich allein zu Haus!

Rund, flach, blaumetallic: Der Anblick meines futuristisch anmutenden Profi- Roboters lässt mein Herz höher schlagen. Scooba hat einen Durchmesser von rund 40 Zentimetern und sieht aus wie eine überdimensionierte Tellermine. Laut Hersteller iRobot soll die akkubetriebene Haushaltshilfe versiegelte Holz- und Steinböden sowie Fliesen selbstständig von Staub und Schmutz befreien. Der Clou dabei: Scooba saugt, wischt und trocknet in einem. Bevor es losgehen kann, muss der Roboter allerdings erst mal ein paar Stunden an die Steckdose, um seine Batterie aufzuladen.

Jetzt noch Scoobas Tank mit Wasser und Reinigungszusatz füllen, und der Putzteufel ist einsatzbereit. Ich platziere Scooba wie instruiert inmitten meines Wohnzimmers, drücke die Starttaste und setze mich gespannt auf die Couch. Scooba kurvt zunächst einige Minuten brummend durch den Raum. Fasziniert sehe ich zu, wie der Roboter selbst unter Sofa und Ohrensessel fährt, ohne stecken zu bleiben. So treibt der Kleine ein halbes Stündchen diverse Wollmäuse vor sich her und macht dabei einen Höllenlärm – sein Wischer indes bewegt sich nicht. Erst nach mehrmaligem Piepen, kryptischen Fehlermeldungen und mehrfachem Öffnen und Schließen des Geräts lässt sich Scooba schließlich zum Putzdienst herab.

Das Reinigungsergebnis ist in Ordnung, aber nicht berauschend: 20 Quadratmeter Wohnzimmer sind nach 45 Minuten zwar gesaugt und gewischt, die Ecken jedoch hat Scooba ausgespart. In Sachen Gründlichkeit dürften also selbst durchschnittliche Hausfrauen in der Lage sein, den Putzroboter zu übertreffen. Außerdem musste ich Zeit in Scooba investieren, statt – wie angekündigt – welche geschenkt zu bekommen. Auch kann der Roboter keine Hindernisse erkennen; das bedeutet, dass störendes Mobiliar vorab aus dem Weg geräumt werden muss. Alles in allem steckt hinter Scooba eine tolle Idee, die technisch noch nicht optimal umgesetzt ist und den hohen Anschaffungspreis des Geräts keinesfalls rechtfertigt.

Den iRobot Scooba 385 gibt es zum Beispiel im Internet bei Amazon. Da kostet er statt der vom Hersteller genannten 459 Euro „nur“ 378,99 Euro.

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