KAUFEN oder NICHT : Duften wie ein Fruchtsorbet

Moritz Honert testet eine Bräunungslotion

Moritz Honert

Nahtlose Bräune. Toll. Und das völlig ohne gefährliche UV-Strahlen oder den Besuch prolliger Sonnenstudios. Die Versprechungen der Axe Bodylotion „Best of Summer“ sind vollmundig: auftragen, einwirken lassen, drei bis fünf Tage später ist man braun. Da ich chronisch blass bin und mein Schreibtischjob diesem Zustand nicht wirklich entgegenarbeitet, wage ich den Test. Erhältlich ist der Selbstbräuner in zwei verschiedenen Stärken. Einmal für „helle bis normale Haut“ und einmal „für normale bis dunklere“. Trotz des stolzen Preises von 4,99 Euro pro Flasche kaufe ich gleich beide. Man weiß ja nie.

Für den Anfang soll jedoch die Light-Variante reichen. Ein bisschen Angst bleibt nämlich trotz der vertrauenheischenden Worte auf der Verpackung. „Dermatologisch getestet“ steht da, und dass man die Lotion ruhig im Gesicht anwenden darf. Doch hört man nicht immer wieder von Ausschlägen, Pickeln und fleckiger Haut?

Meine Hautärztin meint, ich solle mich nicht so anstellen. Vom dermatologischen Standpunkt aus wären solche Produkte unbedenklich. Die Bräunung wäre nur eine chemische Reaktion eines Stoffes namens Dihydroxyaceton mit Eiweißen in der Haut, die dann braune Farbpigmente ausbildeten. Fertig. Käme es zu Flecken, läge das an einer Oxidation der Hornschicht der Haut. Das wäre aber auch nicht weiter schlimm und ließe sich schnell mit einem Peeling beheben. Aha.

Da mir jedoch die Vorstellung eines fleckigen Gesichts gar nicht gefällt, verteile ich den Flascheninhalt nur unterhalb des Halses. Die blassbraune Creme ist fettig, riecht nach Zitrusfrüchten und auf den ersten Eindruck angenehm. Eingezogen ist sie auch recht flott. Der Geruch bleibt einem allerdings lange erhalten. Nach zwei Stunden findet meine Freundin meinen neuen Duft plötzlich nicht mehr „nett“, sondern „ganz schön penetrant“.

Ich halte durch. Trotzdem ist auch drei Tage später immer noch keine Veränderung festzustellen. Meine Dermatologin meint, ich solle nicht aufgeben. Je nach Hauttyp dauere das halt. Weitere zwei Tage und ebenso viele Anwendungen mit der nun stärkeren Variante später zweifele ich an dem ganzen Projekt. Die Fotos jedoch, die ich nach jeder Anwendung von meinem Bauch gemacht habe, sprechen eine andere Sprache. Ha! Ich bin braun! Wenigstens ein bisschen.

Eine Woche später breche ich das Experiment trotzdem ab. Zum einen ist das tägliche Eincremen ganz schön lästig. Zum anderen ist mir eine Freundin, die nicht ständig Witze reißt, ich röche wie ein Fruchtsorbet, wichtiger als ein bisschen braune Haut. Da warte ich doch lieber bis zum Sommerurlaub.

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