KAUFEN oder NICHT : Ein Vorrat Sonnenschein

DAS TESTURTEIL0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen.

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Foto: Kai-Uwe Heinrich
Foto: Kai-Uwe Heinrich

Auf die Frage „Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?“ würde ich antworten: „Nichts da! Mit weniger als 33 Dingen fahre ich auf gar keine Insel.“ Schon in meiner Zeit als Jugendgruppenleiter bin ich vor jedem Zeltlager zunächst zu Globetrotter gegangen, um meine Ausrüstung zu ergänzen: Feldstecher, faltbarer Wasserkanister, Taschenmesser mit Zahnstocher, Kompass, Hängematte, Regenponcho, Mückenlotion mit DEET-Kontaktgift. Ich war bereit für drei Monate sibirische Wildnis, und das auch, wenn's nur in die Eifel ging. Heute würde ich auch mein geliebtes Smartphone mitnehmen, dessen Akku ohne Stromspende aber keine zwei Tage Brandenburg überleben würde.

Daher habe ich mir den Sun-Charger von dem Fotovoltaikkonzern Solarworld besorgt. Es handelt sich um einen tragbaren Akku, den man entweder an der Steckdose oder in der Sonne aufladen kann. Nach vier Stunden direkter Sonneneinstrahlung soll man genügend Strom für das Laden eines Handys erzeugt haben, sagt Solarworld – übrigens die letzte große deutsche Solarfirma, die bisher nicht Insolvenz anmelden musste.

Auch nach mehreren Versuchen auf einem Südbalkon mit Augustsonne habe ich mein Stromfresserhandy zwar nicht ganz voll bekommen. Und auch der Preis des Sun-Chargers von 84 bis 90 Euro zum Beispiel bei Amazon, Ebay oder Gravis scheint unangemessen hoch. Teurer lässt sich eine Kilowattstunde Strom kaum produzieren. Dennoch würde ich das Ding (mit 32 anderen Sachen) sofort auf eine einsame Insel mitnehmen.

Denn es gibt zwar kleine Solarpaneele und stärkere tragbare Akkus auf dem Markt für weniger Geld, die kommen dann aber meist mit diversen Kabeln, Steckern und Kleinteilen. Solarworld hat sich dagegen offenbar von Apple inspirieren lassen: „Designed in Germany, assembled in China“, steht auf dem Gerät. So entstand ein formschönes Stück aus einem Guss: Ein Schiebemechanismus vergrößert die Solarfläche, es gibt nur einen Knopf, um über eine Leuchte den Ladestand der Batterie zu prüfen, sonst nichts. Jedes Handy, jede Digitalkamera, die man mit USB-Kabel laden kann, vertragen sich mit dem Sun-Charger. Der ist schlicht, funktional und idiotensicher, also genau das Richtige für ein paar Tage Abenteuer Wildnis in der Mark.

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