KAUFEN oder NICHT : Eine für alles

DAS TESTURTEIL0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen

Ralf Schönball
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Foto: promo

Zwei Dinge sind ein Ärgernis für uns Freunde der Technik: Netzkabel und Fernbedienungen. Um die Netzkabel kümmert sich die Europäische Union: Sie will per Gesetz einen Standard festlegen, an den sich alle Handyhersteller halten müssen. Um die Fernbedienungen kümmern sich die Eidgenossen – von der Firma Logitech.

Schweizer haben seit jeher ein Händchen für praktische Dinge. Man denke nur an das Schweizer Taschenmesser: Unter einem grellrot leuchtenden Griff stecken alle erdenklichen Klingen und Werkzeuge, damit lässt sich notfalls schon in den Alpen das Bärenfell aufteilen. Eine für alle ist auch die Fernbedienung Harmony 1100 – mit ihr lässt sich in jedem Haushalt jedes Gerät bedienen.

Jedes Gerät? Ja, jedenfalls wenn es per Infrarot-Empfänger steuerbar ist. Das gilt für viele Geräte heute: für Fernseher, Stereoanlagen, aber auch für Computer, sogar die von Aldi, für Markisen, Steckdosenleisten, Klimaanlagen und Garagentore. Theoretisch ist es also möglich, vor dem Einfahren in die Garage des Autos mit einem Tastendruck einen Abend mit Tarantinos „Pulp Fiction“ einzuleiten: Denn Kombinationstasten erlauben die Befehlskette „Garage-auf-Jalousie-runter-TV-an-DVD-an-Hifianlage-an-Klima-an“. Nur das Bier muss man sich selber holen; vielleicht bringt es aber auch die Ehefrau. Soweit die Theorie.

In der Praxis haben sich die Schweizer redlich bemüht. Ohne Freude am Kniffeln lässt sich die Harmony aber nicht programmieren. Die Befehle von 225 000 Geräten von 5000 Herstellern listet eine Datenbank auf, aus der man für die eigenen Geräte bei der Einrichtung der Fernbedienung per USB-Kabel am Computer die Auswahl trifft. Sogar exotische Infrarotempfänger wie der unseres selbst geschraubten PCs (imon) waren in der Liste. Nur die Befehle für die TV- Karte im Rechner mussten wir „einlernen“. Dazu werden Original- und Logitech-Fernbedienung gegenüber gelegt und die Befehle einzeln eingegeben. Vor dem großen Komfort steht also etwas Mühe. Aber es ist durchaus Technik, die begeistert. Auch wenn der Preis (450 Euro) abschreckt. Aber warum soll man nicht auch mal etwas loben, was man sich nicht (sofort) leisten will.

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