Kaufen oder nicht : Eine Waffe gegen Tretminen

Wie beseitigt man am effektivsten die Hinterlassenschaft des besten Freundes des Menschen? Christoph und Lena Stollowsky testen einen Hundekotgreifer.

Hundekotbeseitigungsgerät "Swoop".
Hundekotbeseitigungsgerät "Swoop".Foto: promo

Wir haben Routine. Tütchen aus der Tasche holen, über die Hand stülpen, den Haufen unseres Pudelmix „Tico“ aufnehmen, Tütchen umstülpen und im nächsten Abfallkorb entsorgen. Kein großer Aufwand, die Finger bleiben sauber, und anerkennende Worte von Passanten sind uns sicher. Wer als Hundebesitzer Tretminen liegen lässt, ist entweder faul, geniert sich, vor anderen Leuten das Trottoire zu putzen – oder es ekelt ihn, eine warme Masse im Tütchen zu spüren.

Dieses Problem soll nun ein aus den USA importiertes Hundekotbeseitigungsgerät, genannt „Swoop“, lösen. Es gibt ihn für 29,95 Euro zum Beispiel bei www.stadtbedarf.de. Das graue Plastikteil ist 30 Zentimeter lang und sieht aus wie eine Mega-Taschenlampe. Im vorderen Bereich steckt aber kein Leuchtkörper, sondern ein Greifer mit vier zusammengeklappten gelben Schaufeln.

Blick auf die Gebrauchsanleitung. Also, eines der mitgelieferten Plastiktütchen vorne drüberstülpen. Jetzt das gesamte Vorderteil über den Schaft nach hinten ziehen. Dabei presst es eine Spannfeder im Griff zusammen, zugleich öffnet sich vorne der Greifer wie eine gelbe Blüte. Nun auf den grauen Knopf drücken. Schnapp – Greifer und Tüte umschließen Ticos Hinterlassenschaft mit einem so lauten Knall, dass der „Swoop“ mir vor Schreck aus der Hand fällt, der Hund zusammenzuckt und über die Straße Reißaus nehmen will. Bei einer nächtlichen Beseitigungsaktion stehen garantiert die Nachbarn senkrecht im Bett.

Und die Effektivität des Apparates? Auf Asphalt lässt sich der Haufen mit den starren Greifern weniger perfekt beseitigen als per Hand. Und handelt es sich um größere Rassen, so übersteigt die Dimension der Tretmine auch das Fassungsvermögen des „Swoop“. Andererseits ist das Gerät schon jetzt monströs. Es passt in keine Hand- geschweige denn Hosentasche. Einziger positiver Aspekt: Hand und Schaufeln bleiben sauber. Aber das ist auch bei der traditionellen Methode so. Also: Statt des „Swoop“ besser ein paar Tütchen einstecken und über den eigenen Schatten springen.

DAS TESTURTEIL: Zwei von zehn möglichen Punkten

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