KAUFEN oder NICHT : Frisch gestrichen

Nägellackieren ist nichts für Ungeduldige: Doch wer hofft, ein pustendes Äffchen bewahrt vor Kratzern und Verschmierungen, der wird enttäuscht.

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Niedlich, aber mehr auch nicht: "Blow Monkey" versagt im Test. Foto: Kai-Uwe Heinrich
Niedlich, aber mehr auch nicht: "Blow Monkey" versagt im Test.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Ich finde euch peinlich: euch Frauen, die ihr alle zwei Wochen dringend (!) die Vietnamesin eures Vertrauens aufsuchen müsst, um euch die Krallen wieder „auffüllen“ oder gar „neu modellieren“ zu lassen (was sind das für Vokabeln im Zusammenhang mit menschlichen Nägeln?) Niemals würde ich in ein Nagelstudio gehen. Ein bisschen Perlmuttglanz an den Fingerspitzen trage ich aber schon ganz gern. Doch wer sich – wie ich – selber hilft, kennt das Problem: Kaum hat man hingabevoll gepinselt, schon gibt es etwas enorm Wichtiges zu tun. Eine Strumpfhose will angezogen, ein Joghurtdeckel aufgerissen oder ein Blumenkasten bepflanzt werden. Bei groben Kratzern und verschmierten Flächen hilft dann nur noch ablacken, von vorn beginnen. Wen wundert’s: Ich geh’ meistens unlackiert.

Geduldlosen wie mir will jetzt ein Äffchen aus China die Lösung bringen. Auf Knopfdruck soll „Blow Monkey“ die Nägel trocken pusten. Mit einem Preis von 6,90 Euro plus Versandkosten ist das Plastikteil zum Beispiel beim Internetanbieter Yomoy günstig, allerdings ohne Batterien, zu haben. Optisch löst es, vornehmlich bei mir, anderen Frauen, Kleinkindern und meinem Chef, höchstes Entzücken aus. Lärm macht das possierliche Tier aber wie eine Kettensäge – gar nicht damenhaft. Und besonders viel Lungenvolumen hat es auch nicht: Nach sechs Minuten sind die Nägel trocken, die der unbeblasenen Hand aber auch. Fazit: Hilft mir nicht. Das süße Äffchen kann natürlich nichts dafür. Es darf bei mir bleiben.

Das Testurteil: zwei Punkte.

(0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen.)

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