KAUFEN oder NICHT : Frittiertes Altpapier

Heike Jahberg testet Gemüse-Chips

Heike Jahberg

Es gibt Erfindungen, auf die die Welt noch wartet. Die Brille etwa, die antwortet, wenn man sie suchend ruft. Die Schokolade, die nicht dick macht, oder der Wein, der Leberzellen aufbaut statt vernichtet.

Ein anderer Traum könnte Wirklichkeit geworden sein – die gesunden Chips. Die Tyrrells Court Farm aus England hat Chips erfunden, die nicht aus Kartoffeln gemacht werden, sondern aus Gemüse. Ihre „hand cooked vegetable Chips“ bestehen aus hauchdünnen Rote-Bete-, Pastinaken- und Möhren-Scheibchen, die in Sonnenblumenöl frittiert sind.

Die Gemüse-Chips haben einen stolzen Preis. 2,20 Euro kostet die kleine 40-Gramm-Packung bei Butter Lindner, im Internet (www.deliwelt.de) gibt es sie 20 Cent billiger. Der hohe Preis weckt hohe Erwartungen. Doch leider werden diese bitter enttäuscht.

Die Chips sehen aus wie Apfelscheiben, die man in der Sonne vergessen hat. Einzig die Rote-Bete-Variante erkennt man an der dunkleren Farbe. Was Möhre und was Pastinake ist, lässt sich dagegen nicht ganz genau auseinanderhalten. Beide Varianten schmecken nach frittiertem Altpapier, in das man zuvor Rüben eingewickelt hat. Nur die Rote-Bete-Chips haben ein kräftigeres Aroma und erinnern leicht an die getrockneten Tomaten beim Italiener.

In der Redaktion hielt sich die Begeisterung denn auch in Grenzen. Selbst die Vegetarier unter uns haben auf einen Nachschlag verzichtet. Daher gibt es für die Tyrrells gerade einmal einen Punkt – nämlich für die gute Idee und als Anreiz, weiterzuforschen.

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