KAUFEN oder NICHT : Gedächtnis im Kasten

Christoph Giesen testet eine externe Festplatte

Christoph Giesen

Zugegeben, ich bin ein ziemlicher Computermuffel. E-Mails und Texte schreiben, nur dazu brauche ich meinen alten, klapprigen Laptop. Wie schmerzhaft ein Datenverlust sein kann, lernte ich, als das Gerät vor ein paar Wochen mal wieder den Geist aufgab. „Ihr Motherboard ist im Eimer, entweder wir tauschen es für 600 Euro aus oder ich zahle Ihnen 80 Euro und dann darf ich Ihr Notebook ausschlachten“, sagte der Verkäufer. „Kommt gar nicht infrage, ich habe wichtige Daten gespeichert, die ich dringend brauche“, antwortete ich erregt. „Stimmt, die sind futsch, wenn Sie mir den Computer jetzt geben, daran habe ich gar nicht gedacht“, fiel ihm ein.

Glücklicherweise konnte meinem elektronischen Begleiter auch ohne Motherboard-Austausch wieder Leben eingehaucht werden. Seitdem ist mir klar: Ich brauche eine externe Festplatte, um mein gespeichertes Wissen zu sichern.

Nun liegt sie vor mir, die „pocket tub“ von Trekstor, im Internet wird der schwarz schimmernde Kasten als Ifa- Messeneuheit angekündigt. Rund zehn Zentimeter lang, fünf Zentimeter breit und zwei Zentimeter dick, die Festplatte kommt sehr kompakt daher. Auch der Speicherplatz kann sich sehen lassen. 250 Gigabyte sind ordentlich, mein knapp 40-Gigabyte-Laptopgehirn passt locker drauf. Die Handhabung ist leicht: einfach die beiden USB-Stecker in die USB-Anschlüsse gesteckt, fertig. Der zweite Anschluss wird benötigt, um die Festplatte mit Strom zu versorgen.

Das ist ärgerlich, denn so sind gleichzeitig zwei USB-Ports blockiert. Im Gegensatz zu anderen Herstellern haben es die Trekstor-Konstrukteure nicht geschafft, mit nur einem Anschluss auszukommen. Eine externe Maus oder eine Digitalkamera können leider nicht gleichzeitig betrieben werden. Die Alternative ist sehr umständlich. Man müsste einen speziellen Adapter kaufen, mit dem man das USB-Kabel in die normale Steckdose stopfen kann. Ich bin gnädig, verbanne meine externe Maus und gewähre der Festplatte beide Anschlüsse. Mein Laptop ächzt, der Lüfter schnaubt laut, doch die Microfestplatte surrt leise. Nach dem Einstöpseln erscheint die Trekstor-Platte als neues Laufwerk auf dem Bildschirm. Jetzt muss man die Dateien nur noch in das neue Verzeichnis kopieren.

Noch komfortabler wird es, wenn man die mitgelieferte Software installiert. In einem Fenster kann man dann festlegen, welche Ordner und Verzeichnisse extern gespeichert werden sollen. Verändert man danach etwas, reicht es aus, kurz das neonblau leuchtende Knöpfchen an der Frontseite der Festplatte zu drücken, schon werden die Veränderungen automatisch übernommen. Und mit 169 Euro ist die Trekstor-Festplatte viel billiger als ein kompletter Datenverlust bei einem Computercrash.

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