KAUFEN oder NICHT : Heilige Schrift über Kopfhörer

Annette Kögel testet den Koran als Hörbuch

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Foto: promo

Eigentlich kann man bei dem, was so alles auf diesem Globus passiert, täglich vom Glauben abfallen. Und doch finde ich die Religionen dieser Welt spannend. Die Bibel, die in Hotels am Kopfende liegt, ist aber derzeit nicht die bevorzugte Lektüre. Spannender wirkt auf mich da „Der Koran“ als Hörbuch – „Ungekürzte Lesung auf MP3-DVD inklusive komplettem Text“. Auf Arabisch kann ich gerade „Liebling“, „Ich schwöre“, „Danke“ und „Ich hätte gern eine Coca-Cola, bitte“ sagen. Das reicht nicht fürs Koran-Original.

Also besorge ich mir das Hörbuch von Buchfunk mit der Übersetzung von Max Henning aus dem Jahr 1901, erstellt in Kooperation mit Wissenschaftlern des Orientalischen Instituts der Uni Leipzig. Für 12,90 Euro bekommt man satte 21 Hörstunden. Und einen schön verzierten Text zum Lesen – sogar Notizen kann man sich machen. Schöne Betgesänge wären noch toll gewesen.

Tja, aber wann bloß die 114 Suren hören? Im Auto? Lenkt zu sehr ab, man muss sich bei den teils ungewohnten Metaphern doch konzentrieren: Was, bitte, sind Knotenanbläserinnen? Zu Hause fehlt mir etwas die Ausdauer. Es ist bereichernd, den sonoren Sprechern Burkhard Behnke und Patrick Imhof zu lauschen. Allein, der Sprachfluss wirkt bei allem Enthusiasmus auch leicht einschläfernd. Gott, der Barmherzige, wird es verzeihen.

DAS TESTURTEIL: 6 Punkte
0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen

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