KAUFEN oder NICHT : Heute bleibt die Küche lauwarm

DAS TESTURTEIL0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen.

Markus Langenstrass
Foto: promo
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Im Park riecht es nach frisch gemähtem Gras. Aber so richtig Natur ist das nicht. Das wissen wir Funktionsjacken-Großstädter, und wollen den Zivilisationsstecker ziehen, mit einer Woche Wildcampen auf Mallorca. Begleitet von Funktionssocken und einer Thomas-Mann-Roman-großen Plastikbox im Rucksack: dem Kocher ohne Feuer. Statt Gaskartusche werden Tütchen mitgeliefert, die, wenn mit Wasser begossen, Temperaturen von bis zu 98 Grad erzeugen sollen.

Die erste Überraschung: Die Box ist bei Ankunft auf den Balearen noch im Rucksack. Die Technik scheint im Gegensatz zum Gaskocher flugzeugtauglich zu sein. Die zweite: Es regnet. Am zweiten Tag gießt es so stark, dass wir einen vermutlich eher selten genutzten Vorzug unseres feuerlosen Kochers nutzen dürfen – die Verwendung im Zelt.

Alu-Innenschale aus dem Plastikbehälter nehmen, das Hitzekissen hineinlegen, 150 Milliliter Wasser dazu. Als wir die Aluschale wieder einsetzen, tut sich etwas: Es dampft! Und riecht nach heißem Plastik. In die Alu-Schale geben wir Gemüse und etwas Flüssigkeit. Nach etwa 35 Minuten ist es warm und etwas weicher. So richtig heiß ist es nicht.

Der Slogan „Kochen ohne Feuer“ führt in die Irre. Die knapp 40 Euro teure Box (über www.barocook.de) ist so etwas wie eine transportable schwache Mikrowelle. Fürs Campen reicht das nicht. Nachdem wir die zwei Hitzebeutel aufgebraucht haben und es weiter regnet, kehren wir reumütig in die Zivilisation zurück. Mit trockenen Handtüchern und heißem Essen.

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