KAUFEN oder NICHT : Jetzt summt es wieder

Alexander Wragge testet eine elektrische Zahnbürste

Alexander Wragge

Es ist gefühlte 20 Jahre her, da kam ein seltsames Geräusch aus dem Badezimmer. Der summende Ton hätte von einem Spielzeughubschrauber stammen können. Tatsächlich war es eine elektrische Zahnbürste – eine für alle: Mein Bruder und ich bekamen unsere eigenen Bürstenaufsätze zugeordnet, sie waren mit farbigen Ringen markiert. Und tatsächlich: Zähneputzen machte mehr Spaß als jemals zuvor. Eine Pflichtübung hatte sich über Nacht in eine Tätigkeit verwandelt, für die man Strom braucht und einen Knopf drücken muss.

Ein paar Jahre später ließ die Faszination nach. Die verklebten Bürstenaufsätze der elektrischen Zahnbürste lagen verstreut zwischen Pflastern im Badezimmerschrank. Welcher davon wem gehörte, wusste niemand. Und während im Fachhandel die Preise für elektrische Zahnbürsten purzelten, putzte ich wieder manuell.

Einen letzten Versuch unternahm vor einigen Jahren mein Bruder. Er schenkte mir eine neue elektrische Zahnbürste. Sie lud sich mit Strom auf, während ich schlief, und blinkte mit einem kleinen grünen Licht. Das Problem: Wer hat noch die Typenbezeichnung seiner elektrischen Zahnbürste parat, wenn er in der Drogerie steht, um Bürstenköpfe nachzukaufen? Und wer erschrickt nicht ein wenig, wenn acht Plastikaufsätze 20 Euro kosten sollen?

Seit einer Woche summt es wieder aus meinem Badezimmer. Irgendjemand hat eine elektrische Wegwerf-Zahnbürste erfunden, und ich darf sie testen. Sie heißt Oral-B Pulsar, kostet 5,49 Euro und ist laut Verpackung „New!“ In ihrem Inneren sorgt eine Einwegbatterie für einen schwingend-pulsierenden Bürstenkopf, der denen akkubetriebener Zahnbürsten in nichts nachsteht. Die Vorteile: Keine unzurechenbaren Bürstenköpfe mehr. Kein teures Bürstenkopfnachkaufen in der Drogerie. Keine belegten Steckdosen im Badezimmer.

Der Nachteil: Bevor das Gerät nach ein paar Monaten weggeworfen wird, muss die Batterie ordnungsgemäß entsorgt werden. Wer zu diesem Zeitpunkt die Packung nicht mehr zur Hand hat und nicht weiß, wie er die Zahnbürste aufbekommt, muss sie aufbrechen. Oder am unteren Teil des Griffs drehen. Und wer kraftvoll putzt, sollte bei der Oral-B Pulsar mit mittlerer Borstenhärte aufpassen. Sie stimuliert mit vibrierenden Seitenstacheln das Zahnfleisch. Zu viel Druck kann schmerzen. In Erwartung klinischer Langzeitstudien überlasse ich das Fazit meinem Zahnarzt. Der sagt, dass es egal ist, ob die Zahnbürste elektrisch ist oder nicht. Hauptsache, die Zähne werden regelmäßig und sorgfältig geputzt.

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