KAUFEN oder NICHT : Kauen für den Frieden

DAS TESTURTEIL0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen.

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Foto: Thilo Rückeis
Foto: Thilo Rückeis

Diese Zeilen schreibt jemand, der schon mal als Gutmensch tituliert wird. Jemand, der Fairtrade-Produkte kauft, weil man da zwar ein bisschen mehr bezahlt, aber dafür einen kleinen Beitrag leistet für nachhaltigere, gerechtere, klimaverträglichere Arbeitsbedingungen in benachteiligten Ländern der Welt.

Klimaverträglicher? Ob das wohl so zutrifft für diesen Kaugummi, der aus dem tiefsten Regenwald Mexikos bis auf den Schreibtisch der Testerin mit Blick auf die Herbstbäume in Kreuzberg geliefert wird? Jetzt testest du also Kaugummis, für die Regenwald dran glauben muss, unkt ein Kollege. Nein, das Gegenteil! 50 Kooperativen mit 2000 Arbeitern und ihren Familien im tropischen Regenwald im Südosten Mexikos gelingt es, durch den Abbau und die Vermarktung des fairen Chicza Bio Maya Regenwald Kaugummis (ohne Fairtrade-, aber mit Bio-Gütesiegel) den Wald zu erhalten – die Heimat des Jaguars und der Maya-Kultur. Das Naturlatex wird vom 30 Meter hohen Chicozapote-Baum gezapft und zu Kaugummiplatten verarbeitet, die optisch Schokoladentafeln ähneln.

Da legt der Verbraucher gern mal zwei bis drei Euro für die 30-Gramm-Packung hin. Schließlich der erste biologisch abbaubare Kaugummi der Welt! Doch: Für einen „Airwaves“-Fan schmecken die Dinger erst zu hart, dann zu mehlig-weich und auch viel zu schwach. Wer nur noch kurz die Welt retten will: Voran. Zum Glück ist auch Kaugummi kauen Geschmackssache.

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