KAUFEN oder NICHT : Keine Erleuchtung

DAS TESTURTEIL0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen.

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Foto: Kai-Uwe Heinrich
Foto: Kai-Uwe Heinrich

Leser brauchen Licht. Und wer nachts liest, braucht eine Lampe. Weil das bei mir häufiger vorkommt, ich aber die Schlafende neben mir nicht wecken will, habe ich eine kleine Leseleuchte gesucht, die man ans Buch klemmt. Ein selbstleuchtendes E-Book wäre natürlich einfacher. Aber bei Büchern bin ich Traditionalist.

Für einen Euro bekommt man im Buchhandel bunte LED-Klemmleuchten, die nach etwa einer Woche den Geist aufgeben, weil die mitgelieferten Batterie- Knopfzellen leer sind. Ein neuer Satz kostet sechs Euro. Absurd. Das schicke Booklight von Moleskine schien mir eine Alternative zu sein. Es sieht aus wie ein Lesezeichen, das man zwischen die Buchseiten steckt. Die Leuchte ist formbar wie ein Stück Draht – und der Akku ist per USB wiederaufladbar. Eine gute Idee: Statt ständig neue, teure Batterien zu kaufen, steckt man das Booklight einfach in den Computer, um Energie zu tanken. Das hat seinen Preis: rund 20 Euro. Doch der Name des italienischen Herstellers der legendären Notizbücher bürgt für Qualität – dachte ich.

Leider ist das Booklight schlecht, sehr schlecht sogar. Nach etwa zwei Stunden funzelt es nur noch so schwach, dass man die Lektüre abbrechen muss. Steckt die Lampe dann in der USB-Buchse, ist nicht erkennbar, wann der Akku voll ist. Nach einigen Tagen im Praxistest versagt auch die Mechanik: Der On/off-Schalter funktioniert nur noch nach dem Zufallsprinzip. Glaubt man, das Booklight ausgeschaltet zu haben, überrascht es einen nachts plötzlich mit glimmenden LEDs. Zu spät habe ich im Internet die genervten Kommentare anderer Käufer gesehen. Deshalb dieser Rat für alle Lesenden auf der Suche nach nächtlicher Erleuchtung: Finger weg! Übrigens: Die Moleskine-Aktie hat seit dem Börsengang rund 15 Prozent ihres Werts verloren.

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